Rheinland-Pfalz
Kolumne: Warum Putzfrau Gretel tapfer sein muss
Die Kollegen des Nachrichtenportals „Watson“ haben knallhart bei der CDU recherchiert und die Schreckensnachricht als erste gestreut: „Frau Kramp-Karrenbauer hat in dieser Saison keine Auftritte im Karneval geplant.“ Eine Begründung wurde laut Watson nicht mitgeliefert.
Uns Pfälzer schmerzt es im Nachhinein fürchterlich, dass „es Annegret“ in dieser Kampagne nicht als mit Kittelschürze, Kopftuch und Besen bewaffnete „Putzfrau Gretel“ in die saarländische Bütt steigt. Hat doch die heutige Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende gern auch ihre Nachbarn mit originellen Pointen-Salven bedacht.
Trump ein Saarländer?
Dazu eine von der Nachrichtenagentur dpa überlieferte Kostprobe aus ihrem letztjährigen Vortrag: „Der Trump hat ja gesagt, er wäre Pfälzer. Was soll er auch anderes sein? Und er wollte die Pfalz besuchen. Seitdem suchen die dringend nach einer Urkunde, die beweist, dass dort, wo dem seine Eltern wohnten, das eigentlich schon immer Saargebiet war und er eigentlich Saarländer ist.“
Solche Sprüche eignen sich hervorragend, um unsere saarländischen Freunde zu erheitern. Sollte Putzfrau Gretel das tatsächlich so gesagt haben, dann ging im Eifer des Gefechts unter, dass nicht Trumps Papa, sondern der Opa aus Kallstadt stammt. Und Kallstadt würden wir Pfälzer natürlich nie im Leben ans Saargebiet abtreten. Schon gar nicht wegen Trump. In Kallstadt kann man nämlich viel zu gut essen und trinken.
Cicero veröffentlicht AKK-Büttenrede
Bleibt die Frage, warum die Verteidigungsministerin ausgerechnet jetzt den Dienst an der Narrenschar verweigert. Dürfte doch die Bundeswehr Stoff für zig Büttenreden liefern. Sie soll sogar einen Vortrag fix und fertig in der Schublade liegen haben, wie das Magazin Cicero augenzwinkernd enthüllte. Auch davon eine Kostprobe: „Das Material der Bundeswehr,/ gibt ... zwar nicht mehr viel her./Doch ist zum Schießen nichts mehr da,/ zückt Annegret die AKK./Die schlimmsten aller Ängste weckt/ mein saarländischer Dialekt./Nach jeder meiner langen Reden/wird sich der ärgste Feind ergeben!“
Terminprobleme können es nicht sein, weshalb sich die Ministerin ziert. Schließlich haben die Saar-Fasnachter sie schon vor einem Jahr zur nächsten „Saarländischen Narrenschau“ am 9. Februar 2020 in St. Ingbert eingeladen. Zur Not hätten die Saargebiets-Jecken die Sitzung auch auf Ostern verschoben oder die Bütt zu Fuß nach Berlin getragen.
Die Folgen der Latte-Macchiato-Fraktion
Böse Zungen vermuten deshalb, dass AKK den Auftritt deshalb scheut, weil sie im vergangenen Jahr kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen hat. Den Auftakt lieferte ihre Rede vor dem Stockacher Narrengericht, in der sie über „die Latte-Macchiato-Fraktion“ lästerte, „die die Toiletten für das dritte Geschlecht“ einführe. „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.“ Auch in den eigenen Reihen war das nicht bei jedem ein Schenkelklopfer.
Doch eine Verteidigungsministerin sollte selbst nach Niederlagen tapfer sein. Falls aber Putzfrau Gretel nicht erneut die Grenzen der Narrenfreiheit mit Texten aus der eigenen Feder austesten möchte, kann sie im Internet reichlich Anregungen finden. So etwa bei den Fasnachtern vom KV Lustavia im südpfälzischen Lustadt: Die haben schon vor Jahren einen Narren-Sketch „Ohne Worte“ auf die Bühne gezaubert. Da kann man nix falsch machen. Von den Pfälzern lernen, heißt eben siegen lernen.
Erprobte Perlen der Narretei ab 20,80 Euro
Sollte die Gretel diesem Beispiel aber nicht nacheifern wollen, bliebe noch buettenreden-shop.de. Dort gibt es erprobte Perlen der Narretei schon ab 20,80 Euro das Stück zu kaufen. Zu Themen wie „Ein Mann – das Anschauungsobjekt“ oder „Die doofe Tusnelda“. Jürgen Müller