Rheinland-Pfalz Johanniter wollen mehr Geld für Hubschrauber-Einsätze

Einsatzbereit: in Sembach stationierter Rettungshubschrauber.
Einsatzbereit: in Sembach stationierter Rettungshubschrauber.

«Sembach». Die Johanniter-Luftrettung, die in Sembach (Kreis Kaiserslautern) seit drei Monaten einen Rettungshubschrauber stationiert hat, sieht dessen Zukunft in Gefahr. Die Zusage über den Betrieb laufe am 28. Februar aus; wenn bis dahin die Finanzierung nicht gesichert werde, müsse der Hubschrauber abgezogen werden, so die Johanniter.

Am 22. Oktober wurde der Hubschrauber „Air Rescue Pfalz“ in Sembach stationiert. Ursprünglich war er nur für Verlegungen von Intensivpatienten zwischen den Standorten des Westpfalz-Klinikums gedacht. Doch schnell stellte sich heraus, dass er viel häufiger für Rettungseinsätze gebraucht wurde. „Anfangs ist man ja nur von ein paar Flügen ausgegangen“, sagt Günther Lohre, Geschäftsführer der Johanniter-Luftrettung: „Aber der Bedarf für einen dauerhaften Einsatz ist mehr als erwiesen.“ Die Johanniter haben laut Lohre eine Zusage gegeben, bis Ende Februar Einsätze ab Sembach zu fliegen. „Die Gebührensätze, die wir bekommen, liegen aber weit unter denen, die die anderen im Land bekommen“, führt er aus. Dies habe man damals für den Probebetrieb so vereinbart, als von deutlich weniger Flügen ausgegangen worden sei. Aufgrund der vielen Einsätze können die Johanniter den Hubschrauber nicht mehr unter diesen Bedingungen weiter finanzieren, macht Lore klar. „Wir hatten 220 Einsätze in 90 Tagen, also 2,5 täglich – das wären aufs Jahr hochgerechnet über 900 Einsätze“, rechnet er vor. Der ADAC-Hubschrauber in Ludwigshafen flog laut der gestern veröffentlichten Statistik 1958-mal, der in Saarbrücken 1502-mal. „Man warf uns ja vor, wir würden denen etwas wegnehmen – aber das Gegenteil ist der Fall!“ Um weiterhin fliegen zu können, fordern die Johanniter deshalb die vom Landesgesetz vorgeschriebenen Gebührensätze. Pro Flugminute würden derzeit rund 50 Euro gezahlt, der reguläre Gebührensatz in Rheinland-Pfalz betrage hingegen 66 Euro. „Es tut sich nichts“, klagt der Geschäftsführer. „Wir brauchen ein klare Aussage vom Land zum Hubschrauber.“ Wenn die Johanniter eine Zusage über höhere Gebührensätze bekämen, würden sie den Hubschrauber in Sembach vorerst zu den neuen Konditionen weiterbetreiben, kündigt Lohre an. „Bis der Betrieb ausgeschrieben würde.“ Denn würde die dauerhafte Stationierung eines Rettungshubschraubers für die Westpfalz beschlossen, dann muss das Land den Betrieb ausschreiben – und die Johanniter würden sich selbstverständlich bewerben, beschreibt der Geschäftsführer den weiteren Weg. Am nächsten Dienstag hat er ein Gespräch mit den drei Landräten der Westpfalz. Mit einer konkreten Aussage rechnet er allerdings erst Mitte Februar.

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