Rheinland-Pfalz
In allen Landesteilen wieder Neuinfektionen
Die Anzahl der bestätigten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist bis Donnerstag um 65 auf 8002 gestiegen. Dies ist nach Daten des Gesundheitsministeriums in Mainz der höchste Tagesanstieg seit dem 25. April – damals waren es 70 Neuinfektionen. Inzwischen gibt es in allen Rheinland-Pfalz keinen Landkreis und keine kreisfreie Stadt mehr, die frei von Neuinfektionen wären. Weiterhin ein Hotspot ist die Stadt Ludwigshafen. Sie liegt deutschlandweit unter den Regionen, die für die vergangenen sieben Tagen die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner aufweisen, nach wie vor hinter dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau auf Rang 2.
Einsatz an der Unfallstelle: 15 Personen in Quarantäne
Welches Risiko Rettungskräfte in der Corona-Krise eingehen, verdeutlicht ein Fall aus dem Kreis Südwestpfalz. Dort waren vergangene Woche bei einem Unfall auf der B 10 bei Hinterweidenthal drei Lkw ineinander gekracht. Der Fahrer eines bulgarischen Lastzugs und seine Beifahrerin wurden teils schwer verletzt. Bei der Frau, die in das Krankenhaus nach Pirmasens eingeliefert wurde, erwies sich ein Corona-Test positiv.
Da sich die Rettungskräfte bei ihr angesteckt haben könnten, wurden sie vorläufig in Quarantäne geschickt. Insgesamt seien davon 15 Personen betroffen gewesen, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Kreisverwaltung. Bei elf Personen habe sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt, sie hätten mittlerweile die Quarantäne verlassen können. Vier weitere an dem Rettungseinsatz beteiligte Einsatzkräfte stehen den Angaben zufolge aber noch weiter unter „häuslicher Beobachtung“.
47 positive Tests bei Reiserückkehrern
An den am 6. und 8. August eingerichteten Corona-Teststationen für Reiserückkehrer am Flughafen Hahn sowie im Grenzbereich zu Luxemburg, Frankreich und Belgien wurden bisher 8385 Menschen auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse liegen nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang zu 5278 Tests vor. Dabei gab es 47 positive Befunde (0,9 Prozent). 40 davon kamen von Rückkehrern aus einem Corona-Risikogebiet, also aus Ländern oder Regionen mit vielen Infizierten.
Die betroffenen Personen würden „umgehend nach Vorliegen des positiven Laborbefundes“ durch die Gesundheitsämter informiert, teilte das Ministerium mit. Grundsätzlich gelte für Einreisende aus Risikogebieten eine Quarantänepflicht, bis ein negatives Testergebnis vorliege. Die Station mit den meisten positiven Coronatests ist die in Landau angesiedelte Einrichtung für Reiserückkehrer aus Frankreich. Von den bisher vorliegenden Befunden der Landauer Teststation seien 20 Tests von Personen aus Risikogebieten und fünf Tests von Personen aus Nicht-Risikogebieten positiv, sagte eine Sprecherin des Mainzer Gesundheitsministeriums.
Was ist, wenn das Kind Schnupfen hat?
Wann müssen Kinder in Rheinland-Pfalz trotz Erkältungssymptomen in die Schule und wann müssen sie zu Hause bleiben? Dazu hat das Bildungsministerium in Mainz vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie am Donnerstag ein dreiseitiges Merkblatt im Internet veröffentlicht. Die Einschätzung, ob das Kind krank sei, sei weiterhin Sache der Eltern, heißt es in dem Merkblatt. Sollten Kinder aber offensichtlich krank in der Schule oder Kita erscheinen, könne die Einrichtung deren Abholung „veranlassen“.
Zur Schnupfenfrage heißt es: „Für Kinder, die einen banalen Infekt ohne deutliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens beziehungsweise mit nur leichten Symptomen haben (beispielsweise nur Schnupfen, leichter Husten, Halsschmerzen) oder die eine anamnestisch bekannte Symptomatik (beispielsweise Heuschnupfen, Pollenallergie) aufweisen, ist ein Ausschluss von der Betreuung in Kita oder Schule nicht erforderlich.“
Bei Infekten mit einem „ausgeprägteren Krankheitswert“ und Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes – als Symptome nennt das Ministerium beispielsweise Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur – dürfe die Kita oder Schule nicht besucht werden, heißt es in dem Merkblatt, das sich an Eltern, Sorgeberechtigte und Schulpersonal richtet.
Die Schule in Rheinland-Pfalz soll nach den Ferien am Montag wieder im Regelbetrieb beginnen.