Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Flughafen Hahn: Verkauf Ende März?

Seit eineinhalb Jahren wacht ein Insolvenzverwalter über dem Flughafen.
Seit eineinhalb Jahren wacht ein Insolvenzverwalter über dem Flughafen.

Am 30. März startet der Insolvenzverwalter des Flughafens Hahn, Jan Markus Plathner, offenbar einen neuen Versuch, den ehemaligen Militär-Airport zu verkaufen. Die Gläubiger mehrerer Hahn-Gesellschaften treffen sich dann im Fünf-Minuten-Takt zu Gläubigerversammlungen.

Beim letzten Treffen dieser Art, es fand am 7. Februar vor dem Insolvenzgericht Bad Kreuznach statt, verweigerten die Gläubiger den Verkauf an den russischen Pharmaunternehmer und Besitzer des Nürburgrings, Viktor Charitonin. Er soll zu dieser Zeit über die NR Holding GmbH der meistbietende Interessent gewesen sein. Der Kaufpreis von rund 20 Millionen Euro sei bereits auf ein Treuhandkonto überwiesen. Eine wohl niedrigere Summe hat auch die Mainzer Immobiliengesellschaft Richter bereitgestellt.

Kritische Infrastruktur, ja oder nein?

Charitonin steht zwar auf keiner EU-Sanktionsliste, stößt aber wegen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine auf Vorbehalte. Inwieweit der Verkauf an ihn ein Sicherheitsrisiko darstellen würde, prüft seit Wochen das Bundeswirtschaftsministerium. Das Bundesinnenministerium stuft den Hahn wegen der niedrigen Passagier- und Frachtleistungen nicht als kritische Infrastruktur ein, für die Landesregierung dagegen erfüllt der Hunsrückflughafen die landeseigenen Kriterien, um kritische Infrastruktur zu sein.

Insolvenzverwalter Plathner öffnete den Verkaufsprozess noch einmal bis zum 9. März. Die türkische Flughafenbetreiberin YDA soll ihr Interesse bekundet haben. Ob sie einen Kaufpreis hinterlegt hat, blieb zunächst unklar. Ebenso, ob die YDA wie der russische Interessent vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft wird.

Das Land Rheinland-Pfalz ist seit 2017 kein Anteilseigner mehr am Flughafen, gehört aber zu den Gläubigern der Flughafen Frankfurt Hahn GmbH. 10,2 Millionen Euro zu Unrecht bezahlte Subventionen fordert das Land zurück. Die Gläubiger dieser Gesellschaft haben einen Gläubigerausschuss gewählt, dem das Land nicht angehört. Dieser Ausschuss hatte im Dezember für den Verkauf an Charitonin gestimmt. Es ist unbekannt, wann sich dieses Gremium wieder trifft.

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