Rheinland-Pfalz Evangelische Heimstiftung gibt Suchtberatungsstellen auf
Die Evangelische Heimstiftung Pfalz will Ende des Jahres 2020 die Trägerschaft für ihre drei Fachstellen Sucht in Frankenthal, Landau und Neustadt aus finanziellen Gründen aufgeben. Dies hat am Mittwoch Ralph Moog, Vorstand Kliniken und Finanzen, mitgeteilt.
„Wir bedauern sehr, uns aus der Suchtberatung zurückziehen zu müssen“, erklärt Moog für die Evangelische Heimstiftung, die ihren Sitz in Speyer hat. Seiner Auskunft nach kann das jährliche Defizit in Höhe von fast 400.000 Euro nicht mehr aufgefangen werden. Die Beratungsstellen noch länger weiterzuführen, könnte andere diakonische Aktivitäten beeinträchtigen, begründet Moog die Entscheidung.
Mitarbeiter am Montag informiert
Nichts ändern wird die Heimstiftung an der stationären Suchthilfe mit den Fachkliniken Landau und Pfälzerwald (Wilgartswiesen-Hermersbergerhof) sowie dem Rehabilitationszentrum am Donnersberg (Kirchheimbolanden). Allen 20 Mitarbeiter der Fachstellen Sucht sollen laut Moog andere Stellen bei der Heimstiftung angeboten werden. Sie wurden am Montag über die Schließungspläne informiert, ebenso die betroffenen Kommunen und die Landesregierung.
Hoffnung auf andere regionale Angebote
Ob ein Nachfolger für die Trägerschaft gefunden werden kann, soll bis Ende nächsten Jahres ausgelotet werden. Moog hofft, dass andere Angebote in der Region den Verlust kompensieren können. Die Suchtberatungsstellen in Frankenthal, Landau und Neustadt bieten ihre Hilfe weitgehend kostenlos an. Finanziert werden sie durch die Heimstiftung sowie Zuschüsse des Landes und der Kommunen.
Diakonie Pfalz bedauert Schließung
Die Heimstiftung hat die drei Fachstellen erst 2012 vom Diakonischen Werk Pfalz übernommen. Dies sollte die Diakonie finanziell entlasten. Versprochen hatte man sich Synergieeffekte zwischen ambulanter und stationärer Suchtarbeit. Landespfarrer Albrecht Bähr von der Diakonie Pfalz bedauert die geplanten Schließungen, hält aber einen Eigenanteil der Träger an den Kosten für die ambulante Beratung von fast 50 Prozent für unangemessen. Schon im Frühjahr hatten bundesweit 14 Verbände Alarm geschlagen, um auf die chronische Finanznot aller Suchtberatungsstellen aufmerksam zu machen.