Rheinland-Pfalz Eine „Herzensangelegenheit“
«Ramstein-Miesenbach». Wenn es gelingt, könnte in der Westpfalz ein in der Form landesweit einzigartiges Projekt verwirklicht werden. Ein privater Investor will ein Kolumbarium bauen und es anschließend der Gemeinde übertragen.
Auf dem Gelände des sogenannten Schulhügels in Ramstein befand sich bis vor rund 100 Jahre die alte Pfarrkirche der Gemeinde. Ende der 1990er-Jahre wurde das Areal, auf dem sich auch ein Friedhof befand, von der Stadt als Grünanlage hergerichtet. Ein gebürtiger Ramsteiner will dort nun ein Kolumbarium errichten. Die Begräbnisstätte soll baulich an die ehemalige Kirche erinnern. Wenn alles so läuft, wie es sich der 69-Jährige vorstellt, könnten bereits im kommenden Jahr die Bauarbeiten beginnen. Derzeit werde der Bauantrag ausgearbeitet. Zudem prüfen Behörden, wie sich das Vorhaben mit dem Denkmal- oder dem Naturschutz verträgt. Das Gebäude soll ein etwa 30 Meter langes und zehn Meter breites Schiff haben. Der Turm soll eine Grundfläche von fünf auf fünf Meter bekommen. Das Kolumbarium böte so Platz für 1500 Urnen. Der Privatmann finanziert das Kolumbarium und will es später lastenfrei an die Stadt übertragen. Das sei ihm eine „Herzensangelegenheit“. So könne er seiner Heimatgemeinde etwas zurückgeben, erzählt der kinderlose Ramsteiner. Wer Interesse an einem Platz in dem Kolumbarium habe, müsse dafür etwa 3000 bis 3500 Euro dafür investieren – schon zu Lebzeiten. Das Ganze soll als Stiftung organisiert werden, deren Gewinn wiederum gemeinnützigen Projekten in Ramstein zugutekommen soll. Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) befürwortet das Projekt, das die Kommune selbst hätte nicht stemmen können. Bei einer Bürgerversammlung wurden kürzlich allerdings auch kritische Stimmen von Anwohnern laut. Hechler und der Privatmann hoffen, diese in den kommenden Monaten von dem Projekt überzeugen zu können.