Rheinland-Pfalz Bund soll für Information sorgen

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«MAINZ/ramstein.» Rheinland-Pfalz will der Bundesregierung über den Bundesrat Druck machen, damit die Öffentlichkeit umgehend über Kerosinablässe informiert wird. Einen entsprechenden Antrag für die Länderkammer hat die Mainzer Landesregierung gestern beschlossen. Spekulationen, dass es am Montagvormittag über dem Pfälzerwald erneut zu einem Kerosinablass kam, haben sich nicht bestätigt.

„Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, wenn Flugzeuge über ihren Köpfen Kerosin ablassen“, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) nach der Ministerratssitzung. Laut dem Antrag, der dem Bundesrat zur Entscheidung vorgelegt wird, soll das Land künftig so schnell wie möglich über einen Kerosinablass, die Treibstoffmenge und den Grund sowie über das betroffene Gebiet informiert werden. Darüber hinaus soll die Bundesregierung „Verfahren etablieren“, mit denen „nachteilige Auswirkungen“ von Kerosinablässen auf Mensch, Flora und Fauna vermieden werden. Der Bund soll dafür sorgen, dass Schadstoffbelastungen von Luft und Böden gemessen und die Folgen untersucht werden. Alexander Schweitzer, SPD-Fraktionschef im Landtag, warf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Blockadehaltung vor. Bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin habe „ich mit dafür gesorgt“, dass das Thema Kerosin in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde. Danach müsse der Bund darauf hinwirken, dass die Deutsche Flugsicherung die Öffentlichkeit über ihre Internetseite spätestens 24 Stunden nach einem Ablass informiert. Dass dies noch nicht umgesetzt sei, sei Minister Scheuer anzulasten. Auch müssten neue Methoden und Techniken entwickelt werden, damit es mit dem Kerosinregen „nicht immer so weitergeht“. Und: „Es kann nicht alternativlos sein, wenn Flugbenzin über den Köpfen von Menschen abgelassen wird.“ Unterdessen hat eine Sprecherin der US-Fluggesellschaft Atlas Air mit Sitz in Purchase bei New York auf RHEINPFALZ-Nachfrage dementiert, dass eine Boeing 747 mit der Kennnummer N473MC am Montagmorgen über dem Pfälzerwald Kerosin versprüht hat. Auch habe die Maschine vom Flughafen Hahn kommend (Start etwa 8.25 Uhr) nicht um 9.22 Uhr in Ramstein notlanden müssen. Fluglärmgegner und Vertreter der Initiative Pro Pfälzerwald hatten befürchtet, dass erneut ein Flugzeug Treibstoff in der Luft abgelassen hat. Grund: Die Transportmaschine habe die dafür typischen Flugmanöver ausgeführt. Eine Sprecherin der US-Air-Base in Ramstein bestätigte auf Nachfrage in Teilen die Darstellung der Fluggesellschaft Atlas Air. Zwar habe es keine Notlandung gegeben, sagte sie, Probleme jedoch schon. Bei der Boeing habe es vor dem Start am Flughafen Hahn Wartungsschwierigkeiten gegeben, auch hätten einem Crewmitglied Einreisepapiere gefehlt. Vom Hahn sollte der Jet ursprünglich ins Ausland fliegen – wohin, wollte die Sprecherin nicht sagen. Es habe umdisponiert werden müssen mit einer Zwischenlandung in Ramstein. Schleifen seien bis zum Erhalt der Landeerlaubnis geflogen worden. Auf dem Hahn sei die Maschine nicht vollbetankt worden.

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