Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Brennpunktschulen brauchen konkrete Hilfe – und keine Wortklauberei

Die größte Hürde für die Kinder in Brennpunktschulen mit hohem Migrantenanteil: die Deutschkenntnisse.
Die größte Hürde für die Kinder in Brennpunktschulen mit hohem Migrantenanteil: die Deutschkenntnisse.

Mit Wortklauberei und Zahlenspielen lässt sich Stimmung machen. Bildungspolitik, die für Kinder in Brennpunktschulen das Beste möchte, ist das nicht.

Voraussichtlich zwei Jahre hintereinander muss fast ein Drittel der Schulanfänger die erste Klasse wiederholen – größtenteils weil Sprachkenntnisse fehlen, um dem Unterricht folgen zu können: Die Gräfenauschule in Ludwigshafen steht damit für ein Problem, das sie – wie die Landesregierung auch einräumt – nicht exklusiv hat. Natürlich ist die Debatte im Bildungssausschuss des Landtags am Freitag unter dem Vorzeichen der bevorstehenden Kommunalwahl zu sehen. Entsprechend geht’s in der Sitzung zuweilen unsachlich und nicht sehr differenziert zu Werke. Glaubt das Bildungsministerium wirklich, dass es an einer Brennpunktschule in den acht Wochen bis zu den Sommerferien gelingt, mehr als 40 Kinder fit für Klasse zwei zu machen? Die Kritik des bildungspolitischen Sprechers der SPD, die Stadt hätte im Problemviertel Hemshof längst eine Ganztagsschule etablieren müssen, ist vordergründig richtig, ein solches Vorhaben aber kaum umzusetzen – kurzfristig eh nicht. Aber darum genau geht es: der Schule und ihrem Kollegium schnell maximale Unterstützung zu geben. Ein Mittel könnten die von der CDU geforderten Deutsch-Intensivklassen sein.

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