Rheinland-Pfalz Brücke frühestens Ende März wieder frei

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MAINZ (nob/lrs). Die Autobahnbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden bleibt noch wochenlang gesperrt. Nach derzeitiger Einschätzung der rheinland-pfälzischen Landesregierung wird sie frühestens Ende März zumindest teilweise für den Verkehr wieder freigegeben.

Dies kündigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Verkehrsminister Roger Lewentz (beide SPD) gestern in Mainz an. Laut Dreyer könnte die Schiersteiner Brücke Ende März für Autos, Fußgänger und Radfahrer wieder befahrbar sein. Möglicherweise werde die Sperrung auch für leichte Lastwagen aufgehoben. Die Schiersteiner Brücke ist seit dem 10. Februar voll gesperrt. Grund hierfür sind massive Schäden an der Vorlandbrücke auf der Mainzer Seite, die sich unmittelbar an die Schiersteiner Brücke anschließt. Nach Darstellung der Landesregierung hat sich ein Brückenpfeiler der Vorlandbrücke bei Bauarbeiten verschoben. Als Folge habe sich die Brücke um bis zu 30 Zentimeter abgesenkt. Die Untersuchung der genauen Ursache sei noch nicht abgeschlossen. Ziel des Sicherungskonzepts sei es, den beschädigten Teil des Überbaus mit Betonpfeilern zu unterstützen und ihn mit Hilfe hydraulischer Pressen wieder in die Ursprungslage zu heben. Der beschädigte Pfeiler solle dabei mit einer Hilfskonstruktion entlastet werden. Einen planmäßigen Ablauf vorausgesetzt, werden diese Arbeiten voraussichtlich bis Ende März dauern, erklärte das Innenministerium gestern. Gestern Morgen hatte die Brückensperrung nach vergleichsweise entspannten Fasnachtstagen erneut die Geduld vieler Berufspendler auf eine harte Probe gestellt. Am Aschermittwoch waren die Straßen vor allem auf rheinland-pfälzischer Seite proppenvoll. Das bestätigten Polizisten in Mainz und Wiesbaden. Viele Autofahrer sind auf die Theodor-Heuss-Brücke zwischen dem Wiesbadener Stadtteil Kastel und der Mainzer Innenstadt ausgewichen, wurden aber oft schon auf den Zufahrten ausgebremst. Es würden verschiedene Maßnahmen geprüft, um den Verkehrsfluss zu verbessern, hieß es in Mainz. In der Mainzer Innenstadt ging es vor allem gegen neun Uhr nur langsam voran. Bereits zuvor war es auf den Autobahnen um Mainz herum erneut zu Staus gekommen. Am zähesten rollte der Verkehr demnach gegen sieben Uhr. Zwischenzeitlich mussten die Autofahrer auf dem Streckenabschnitt zwischen Heidesheim (Landkreis Mainz-Bingen) und Weisenauer Brücke eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen. Auch an den Fähren in Bingen und Ingelheim kam es zu erheblichem Andrang. Auf hessischer Seite seien die Fährverbindungen ebenfalls stark ausgelastet, sagte ein Sprecher. Um die Anlegepunkte seien mittlerweile zusätzliche Flächen als Wartezone ausgewiesen worden. Die Wiesbadener Polizei sprach ansonsten von einem eher normalen Verkehrsaufkommen. Dreyer appellierte gestern an die Lokführergewerkschaft GDL, im Falle der angedrohten Streiks auf Arbeitskämpfe im Großraum Mainz und Wiesbaden zu verzichten. Der Ausfall des Bahnverkehrs wäre für die Region „ein Gau“, sagte die Ministerpräsidentin. Dies sollten die Tarifparteien bedenken. Mit Blick auf den Rheinübergang zwischen Wörth und Karlsruhe, wo die einzige vorhandene Brücke altersschwach ist und wo sich die Planung von Alternativen immer wieder verzögert hat, sagte Dreyer: Das Land habe im vergangenen Jahr mehr Bundesmittel für den Verkehrswegebau abgerufen, als ihm eigentlich zustanden. Es stimme also nicht, dass alle Infrastrukturprojekte verzögert würden. Die Regierungspartei SPD habe die Notwendigkeit einer zweiten Rheinbrücke bei Wörth nie in Frage gestellt. Deren Bau sei von großer Bedeutung. Nach einer Vereinbarung mit den Grünen als Koalitionspartner sei das Projekt für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden. Nach Einschätzung der Staatskanzlei herrscht im benachbarten Baden-Württemberg allerdings „eine diffuse Diskussionslage“. Dreyer kündigte an, das Thema Rheinbrücke bei Wörth werde bei der nächsten gemeinsamen Sitzung der grün-roten Stuttgarter und der rot-grünen Mainzer Landesregierung „wieder ganz oben auf der Tagesordnung stehen“.

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