Rheinland-Pfalz Beregnung der Felder auf Kosten des Grundwassers?
«Landau.» Teile der Südpfalz sollen an das Gebiet des Beregnungsverbands Vorderpfalz angeschlossen werden. Naturschützer fürchten, damit werde künftig noch mehr Grundwasser für die Bewässerung von Feldern abgepumpt. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt betont hingegen, das werde nicht passieren – derzeit jedenfalls.
Aufgabe des Beregnungsverbands ist es, Landwirten Wasser für ihre Felder bereitzustellen. In der Vorderpfalz kommt das Wasser aus dem Otterstadter Altrhein, in der Südpfalz nutzen Landwirte ausschließlich Wasser aus privaten Brunnen. Nun ist geplant, das Gebiet des Beregnungsverbands auf Teile der Südpfalz auszuweiten. Vorgesehen ist die Bildung eines „Verbandsgebiets Hochstadt“, in dem neun Gemeinden liegen würden: neben Hochstadt auch Kleinfischlingen, Freimersheim, Zeiskam, Lustadt, Freisbach, Weingarten, Westheim und Lingenfeld. Die Ausweitung sei rein organisatorischer Natur, betont die SGD. Beispielsweise müssten Wasserrechte dann nicht mehr einzelnen Landwirten erteilt werden, sondern nur noch einem Verband. Südpfälzische Bauern, die Landwirtschaftskammer, der Bauern- und Winzerverband, der Beregnungsverband und die SGD hätten sich nach intensiven Gesprächen für die Ausweitung entschieden, teilt die Behörde auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Damit würde das vom Beregnungsverband betreute Gesamtareal um 3500 Hektar Ackerflächen anwachsen. Naturschützer machen jedoch gegen die Ausweitung mobil. Sie fürchten, dass damit in der Südpfalz künftig noch mehr Grundwasser für die Beregnung von Feldern genutzt würde. Das würde den Grundwasserspiegel absinken lassen – mit negativen Folgen für das Ökosystem. Die Naturschutz-Organisationen sprechen bezüglich der Südpfalz von einer möglichen Erhöhung der Grundwasser-Entnahmegrenze von derzeit 1,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr auf zwei Millionen. Die SGD bestätigt diese Möglichkeit, eine Anhebung der Begrenzung wäre mit einem „entsprechenden Beregnungsmanagement“ vorstellbar. Die Behörde betont jedoch, es gebe derzeit nicht die Absicht, das in die Tat umzusetzen.