Rheinland-Pfalz Am Rande: Mein lieber Schwan!

Placeholder-Image

„Mein lieber Scholli“ dürfte der Pfälzer wohl verblüfft ausrufen, wenn er von dieser Begebenheit erfährt: In Saarbrücken hatte gestern ein umherirrender Schwan für einen Polizeieinsatz gesorgt. Passanten hatten gemeldet, das Tier laufe immer wieder vom Gelände eines Kanuclubs auf die benachbarte Straße. Polizeikommissarin Alessia Rickert: „Nach dem Eintreffen der Polizei ließ sich der gefiederte Störer schließlich – nach einiger Überredungskunst und unter stetiger Futterzufuhr – widerstandslos festnehmen.“ „Mein lieber Schwan“ könnte man dazu auch sagen. Oder doch besser „Mein lieber Herr Gesangsverein“? Auf jeden Fall konnte der junge Schwan nach dem Polizeieinsatz unbeschadet in die nahe Saar entlassen werden. Alles wieder im Fluss also ... Bleibt die Frage nach der Herkunft dieser Redensarten, die alle drei Verblüffung, Verwunderung – mitunter auch Verärgerung – ausdrücken. Am eindeutigsten: „Mein lieber Schwan“ geht wohl auf die Wagner-Oper „Lohengrin“ zurück: „Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!“, lautet dort der Dank Lohengrins an den Vogel, der ihn samt Nachen über das Wasser gezogen hat. Etwas schwieriger ist es bei den beiden anderen Ausrufen: „Scholli“ könnte vom französischen „joli“ herrühren („Na mein Hübscher, was hast Du Dir da denn wieder geleistet ...“); und den „Herrn Gesangsverein“ erklärt mancher Vereinssänger gerne mit einem angeblichen Ausspruch von Kaiser Wilhelm I., der mit diesen Worten seinem persönlichen Hofdiener und Freund namens Karl-Heinz Gesangverein für dessen langjährige Treue gedankt haben soll. Eine Art Schwanengesang also ...

x