Rheinland-Pfalz am Rande: Fraktions-Ehe: Linke und Satirepartei

Sind es sonst oft negative Nachrichten, die von Pirmasens nach außen dringen, soll hier mal eine andere Botschaft verbreitet werden. In der südwestpfälzischen Stadt beschreiten Parteien gänzlich neue Wege. Die Satirepartei „Die Partei“ hat dort, wie gestern bekannt wurde, mit der Linken eine Fraktionsgemeinschaft im 44-köpfigen Stadtrat gegründet. Die Gruppe besteht aus einer Linken-Bundestagsabgeordneten, ihrem Ehemann, der gleichzeitig Mitarbeiter eines anderen Linken-Bundestagsabgeordneten ist, und dem Frontmann der Pirmasenser Satirepartei. Das Trio will laut einer Mitteilung „gemeinsam für den sozial-ökologischen Umbau der Stadtgesellschaft streiten“. Was genau das sein soll, verraten die Kommunalpolitiker nicht. Details verunsichern das Wahlvolk eh nur unnötig. Aber ein Blick ins Parteiprogramm verrät, dass zumindest die Satirepartei den Pirmasenser Stadtteil Niedersimten fluten will. Außerdem fordert sie „Mindesthirn für alle“ und will die B 10 achtspurig ausbauen und gleichzeitig zur verkehrsberuhigten Zone erklären. Inwiefern sich das mit den Positionen der Linken deckt, sei mal dahingestellt. Bislang waren die Linken im Stadtrat eine zwar bisweilen anstrengende und nervige, aber immerhin ernstzunehmende Opposition. Ob das mit Unterstützung der Satirepartei so bleibt? Der neue Fraktionsvorsitzende ist jedenfalls überzeugt: „Die politischen Schnittmengen sind groß und bieten die Grundlage für eine erfolgreiche Ratsarbeit.“ Rechtspopulisten und dem inhaltslosen Allerlei der übrigen Parteien sage die neue Fraktion den Kampf an. Klingt ja nicht schlecht, oder? Der Satire-Politiker im kommunalpolitischen Trio-Infernal schreibt derweil im Internet, dass er die Linke als „Steigbügelhalter zur Macht nutzen werde“. Den Vorsitzenden der Linke finde er „aufgrund gleicher (Leber-)werte auch recht sympathisch“. Er habe sich daher „kurzerhand für eine gemeinsame Fraktion mit Honeckers Erben entschieden“. In dieser Fraktion sehe er sich als „Realo-Flügel, quasi der Egon Krenz aus Pirmasens“. Das kann ja heiter werden ...