Rheinland-Pfalz Alles nur Fake? Fünf Fakten zur "Blue Whale"-Challenge

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In Rheinland-Pfalz hat sich bisher noch kein Schüler wegen des angeblichen Selbstmord-Spiels »Blue Whale« an einen Schulpsychologen gewandt.

Das angebliche Selbstmord-Spiel "Blue Whale" sorgt weiter für Panik. Besonders Eltern fürchten, dass ihre Kinder Opfer von WhatsApp-Nachrichten werden, die zum Suizid aufrufen. Ein Fall aus Zweibrücken gibt der Polizei Rätsel auf.

Was ist die "Blue Whale"-Challenge?

Bei "Blue Whale" handelt es sich um ein angebliches Selbstmord-Spiel, das in den sozialen Medien kursieren soll. Es soll über Ketten-Nachrichten per WhatsApp an Jugendliche verteilt werden, 50 Tage dauern und die Empfänger der Nachrichten zu verschiedenen Aufgaben herausfordern. Darunter beispielsweise das Aufritzen des eigenen Armes oder der eigenen Handflächen (die Schnitte sollen die Form eines Blauwals ergeben) sowie das Anschauen eines Horror-Videos. Am Ende würden die Jugendlichen zum Selbstmord aufgefordert, berichten verschiedene Medien. Seinen Ursprung soll das Spiel in Russland haben.

Woher kommt der Name?

Der Name "Blue Whale" (zu deutsch "Blauwal") geht auf die Legende zurück, Blauwale würden gelegentlich den Freitod wählen, indem sie sich an Strände spülen lassen, um dort zu verenden.

Sind Fälle bekannt?

In Zweibrücken wandte sich eine besorgte Mutter an die Polizei, weil ihre Tochter eine Sprachnachricht mit einer Warnung vor dem Spiel über WhatsApp bekommen hatte. Bislang sei in Rheinland-Pfalz aber kein praktischer Fall bekannt, teilte das Pädagogische Landesinstitut am Freitag mit. Auch in Bayern haben Schüler WhatApp-Nachrichten mit ähnlichem Inhalt erhalten, informiert Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Auf Facebook zeigt sich die bayerische Dienstelle allerdings überzeugt, dass es sich bei "Blue Whale" um einen Hoax handelt, also eine Art Internet-Scherz. Die "Bild"-Zeitung berichtet dagegen von Todesfällen und Festnahmen im Zusammenhang mit "Blue Whale" in Russland.

Was war da los in Zweibrücken?

"Die Nummer des Absenders der Sprachnaricht war nicht bekannt und konnte nicht zurückverfolgt werden", sagt Matthias Mahl, Dienstleiter der Polizeiinspektion Zweibrücken gegenüber der RHEINPFALZ. Die Sprachnachricht sei auf deutsch, etwa 25 bis 30 Sekunden lang gewesen und vermutlich von einem jungen Mädchen gesprochen worden. Sinngemäß zitiert Mahl die Nachricht mit den Worten: "Lasst die Finger davon, klickt das nicht an, es ist gefährlich." Auch vor dem abschließenden Selbstmord soll in der Nachricht gewarnt worden sein. Die Zweibrücker Polizei habe daraufhin die Schulen im eigenen Zuständigkeitsbereich informiert, damit sie für das Thema sensibilisiert sind. Mahl: "Unsere Bitte war, die Sache mit den Schülern zu besprechen." Mahl weiß von zwei Schulen, die daraufhin Briefe an Eltern verschickt haben, einer davon landete im Netz. Dann sei das Thema hochgekocht.

Alles nur Fake?

"Das Ganze war zunächst ein Hoax, also ein Internetmythos", schreibt die Polizei Oberbayern Süd auf Facebook. Dann seien Trittbrettfahrer aufgesprungen und viele falsche Informationen gestreut worden. Panikmache in sozialen Netzwerken sei kein neues Phänomen, in Deutschland seien derzeit allerdings nur vereinzelte Fälle bekannt, bei denen die "Blue Whale"-Challenge angeblich Auslöser für Selbstverletzungen gewesen sein soll. Mimikama, eine private Initiative, die über Internetmissbrauch aufklären möchte, spricht von einem "Medien-Hype". Der Vorwurf: Viele Medien hätten nicht richtig recherchiert. Dabei hätte man von Anfang an sagen müssen, dass es sich um einen Fake handelt, der sich inzwischen verselbstständigt habe. Wie das Polizeipräsidium Vorderpfalz mitteilt, sind der Polizei in diesem Zuständigkeitsbereich keine Vorfälle im Zusammenhang mit "Blue Whale" bekannt. Das Polizeipräsidium Westpfalz hat den Fall mit der Sprachnachricht in Zweibrücken inzwischen an das Landeskriminalamt weitergeleitet. Der Sachverhalt sei nicht abschließend zu klären, teilt ein Sprecher mit. Gesehen habe das Spiel jedenfalls noch niemand. Hinweis der Redaktion Gemäß Pressekodex verhält sich unsere Redaktion bei Suizidfällen zurückhaltend. Wir berichten in der Regel nicht über sie, um eine erhöhte Nachahmerquote zu vermeiden. Wir machen eine Ausnahme, wenn eine breite Öffentlichkeit betroffen ist. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

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