Rheinland-Pfalz Adebar im Dienste der Forschung

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BORNHEIM (jüm). 25 Jungstörche aus Rheinland-Pfalz werden im Spätsommer in besonderer Mission in ihr Winterquartier im Süden aufbrechen: Via SMS sollen sie täglich eine Art Reisetagebuch übermitteln. Am übernächsten Wochenende werden die Vögel entsprechend ausgerüstet. Wer will kann zuschauen.

Manche fliegen gerade mal nach Frankreich, andere starten durch bis Afrika. Störche faszinieren mit ihrem Verhalten die Menschen, geben ihnen aber auch so manches Rätsel auf. Neue Erkenntnisse erhofft sich die Aktion Pfalzstorch mit Sitz in Bornheim bei Landau vom diesjährigen Adebar-Nachwuchs. Am 13. und 14. Juni wird der Wissenschaftler Wolfgang Fiedler von der Vogelwarte Radolfzell deshalb 25 Jungvögel in ihren pfälzischen und rheinhessischen Nestern besuchen. Jedes dieser Tiere erhält dann einen Sender. Fiedlers Nest-Visite ist so terminiert, dass die Jungvögel um die sieben Wochen alt sind, erläutert Christiane Hilsendegen von der Aktion Pfalzstorch. Weil der Sender den Tieren wie ein Rucksack angelegt wird, sollen sie weitgehend ausgewachsen sein. So werde gewährleistet, dass die Träger des Rucksack-Senders passen und das 50 Gramm leichte Gerät nicht verrutschen kann oder gar bei zunehmender Körpergröße zu eng wird. Möglich wird diese Aktion dank der finanziellen Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Muss doch pro „Schnabel“ mit fast 2500 Euro für die Geräte sowie die Roaming- und Genehmigungsgebühren kalkuliert werden. Die solarbetriebenen Sender speichern alle fünf bis 20 Minuten über GPS die Position. Mindestens einmal täglich werden diese Infos per SMS an die Datenbank „Movebank“ geschickt. Von dort wird die Route an die kostenlose App „Animaltracker“ weitergeleitet. Mit Hilfe dieser App kann jeder Interessierte die Route der Pfälzer „Senderstörche“ täglich verfolgen. Wie der Animaltracker funktioniert und wie die Daten zu interpretieren sind, darüber informiert Christiane Hilsendegen unter anderem bei einem Workshop am 11. Juni im Bornheimer Storchenzentrum. Von dem Projekt erhoffen sich die Organisatoren – die Aktion Pfalzstorch und die Vogelwarte Radolfzell – nicht zuletzt Aufschluss darüber, warum jedes Jahr nur jeder dritte Jungstorch heil nach Rheinland-Pfalz zurückkehrt, wie Hilsendegen erläutert. Außerdem enthält der Sender auch spezielle Sensoren, mit denen Aussagen über Körperbewegungen der Tiere gemacht werden können: Wann können sie kräfteschonend segeln, wann müssen sie mit ihren Flügeln schlagen („Ruderflug“), um voranzukommen, wann laufen sie und wann halten sie Siesta? Diese Daten sollen erst am Ende der Reise ausgelesen werden. Das ist eine Aufgabe für die Fachleute. Schließlich muss man sich dazu dem Heimkehrer auf mindestens 800 Meter nähern. Info —Weitere Infos zum Sender-Projekt gibt es unter www.pfalzstorch.de oder telefonisch unter 06348/6710757. —Interessenten können das Anlegen der Sender unter anderem an diesen Orten beobachten (ein Fernglas kann nützlich sein): 13. Juni: 10 Uhr in Bornheim an der Voliere (In den Weppen 1), 13.30 Uhr am Ziegeleimuseum zwischen Sondernheim und Germersheim (Rheindamm), 14.30 Uhr an der Mittleren Ortsstraße 139 in Rülzheim. Am 14. Juni: 10 Uhr an der Speyerdorfer Mühle (Lachen-Speyerdorf) und 14 Uhr beim Kirschbacherhof (Dietrichingen) südöstlich von Zweibrücken.

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