Meinung
Ungenügend: Die Kultusminister haben versagt
„Wir werden nicht den beklagten Fachkräftemangel, wie wir ihn im Bereich der Ingenieure haben werden, im Bereich der Lehrer haben. Denn die Schülerzahlen gehen in den nächsten Jahren deutlich zurück. Insofern haben wir wahrscheinlich nicht diesen Lehrermangel, wie er befürchtet wurde.“ So sprach 2011 der damalige niedersächsische Bildungsminister Bernd Althusmann, zugleich Vorsitzender der Kultusministerkonferenz.
Jetzt sagt die gleiche KMK, in der die Bildungsminister der Länder zusammenarbeiten, einen gravierenden Mangel für die kommenden zwei Jahrzehnte voraus. Zu recht haben Lehrerverbände und -Gewerkschaften den Zahlen der KMK nie getraut. Gut, im zurückliegenden Jahrzehnt kamen viele Migranten, auch deswegen hat sich die Schülerzahl auf einem unerwartet hohen Niveau eingependelt. Doch Zuzug und leicht höhere Geburtenrate sind das eine, das liebe Geld ist das andere: Es wurden in der Vergangenheit zu wenige Lehrer eingestellt.
Bereits Studenten unterrichten
Die Altersstruktur der Lehrkräfte ist seit langem bekannt. Dass viele ihre Arbeitszeit reduzieren und massenweise in Rente gehen (werden), ebenfalls. Mit Hilfskonstruktionen, wie sie auch in Rheinland-Pfalz praktiziert werden, kommt man daher nur begrenzt weiter: Bereits Lehramtsstudenten unterrichten Klassen. Quereinsteiger – gibt es längst nicht mehr unbegrenzt.
Den Bildungsministern kann man nur die Note „ungenügend“ geben.