Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Tino Chrupalla: Die Sache ist noch nicht aufgeklärt

Tino Chrupalla wurde vorübergehend intensivmedizinisch behandelt.
Tino Chrupalla wurde vorübergehend intensivmedizinisch behandelt.

Noch immer ist nicht wirklich klar, was AfD-Chef Tino Chrupalla vergangene Woche widerfahren ist. Spekulationen verbieten sich.

War das, was vergangene Woche in Ingolstadt dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla widerfuhr, ein „Vorfall“, ein „Angriff“, gar ein „Anschlag“? Diese Frage ist auch nach der Pressekonferenz von Chrupalla am Mittwoch nicht mit letzter Sicherheit zu beantworten. Wobei der laut Chrupalla auch von Sicherheitsbeamten noch am Veranstaltungsort festgestellte Blutfleck und der von Ärzten diagnostizierte Einstich an Chrupallas Oberarm dafür sprechen, dass der AfD-Chef körperlich angegangen wurde – von wem und mit welcher Absicht auch immer.

Recht auf körperliche Unversehrtheit unverhandelbar

Bei allen darüber hinausgehenden Mutmaßungen und Schlussfolgerungen handelt es sich vor dem Hintergrund des jetzigen Wissensstandes um Spekulationen. Die verbieten sich; mehr Licht in die Geschehnisse und deren Hintergründe kann nur die Arbeit der Ermittlungsbehörden bringen. Ihr Agieren in „seinem“ Fall hat Chrupalla am Mittwoch deutlich kritisiert – auch diese Vorwürfe müssen aufgeklärt werden.

Unabhängig davon, was am Ende aller Ermittlungen zu den Vorgängen in Ingolstadt steht, muss eines klar sein: Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Hier darf nicht relativiert und unterschieden werden zwischen Individuen und Gruppen, die man „gut“ oder „sympathisch“ findet, und solchen, deren Positionen man ablehnt. Das gilt auch und gerade in der politischen Auseinandersetzung. Sonst wird die Axt an unsere freiheitliche Demokratie gelegt.

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