Rheinland-Pfalz
Was Schüler, Eltern und Lehrer vor dem Schulstart fordern
Wer fordert Impfkampagnen an Schulen?
Pascal Groothuis von der Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler befürwortet Schulimpfungen. Auch Reiner Schladweiler, Vorsitzender des Landeselternbeirats, sowie Vertreter von Lehrerverbänden haben sich am Mittwoch nach einer gemeinsamen Tagung mit den Schülervertretern dafür ausgesprochen.
Ginge das auch ohne Zustimmung der Eltern?
Nein, nicht bei Minderjährigen. Diese brauchen die Zustimmung der Eltern. Das betont auch die CDU-Fraktion im Landtag. Deren Vorsitzender Christian Baldauf hat sich am Donnerstag der Forderung nach Schulimpfungen angeschlossen. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen und von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Für jüngere Kinder gibt es kein zugelassenes Vakzin.
Was macht die Landesregierung?
Es gibt keine Impfaktionen des Landes an Schulen. Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD) verweist auf die Impfzentren, die Impfbusse und auf die Kinder- und Jugendärzte. Außerdem hat er den Samstag, 28. August, zum „Familienimpftag“ ausgerufen. Interessierte könnten dann „unkompliziert“ Impfzentren und Impfbusse aufsuchen.
Was treibt die Betroffenen vor Schulbeginn noch um?
„Wir haben festgestellt, dass erneute Schulschließungen zu der größten Sorge der Beteiligten gehört. Die Schulschließungen haben dramatische Folgen auf die Psyche sowie die sozialen Kompetenzen.“ So heißt es in der Abschlusserklärung nach der Tagung von Schülern, Eltern und Lehrern. Deshalb soll auch an der Maskenpflicht an weiterführenden Schulen festgehalten werden. Sie sei das „kleinere Übel“, sagte die Vorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz. Für Grundschulen seien „individuelle“ Lösungen nötig.
Wie will das Land erneute Schulschließungen verhindern?
Neben der Maskenpflicht an weiterführenden Schulen und dem regelmäßigen Lüften sollen bis zu den Herbstferien zwei wöchentliche Selbsttests für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte das Ausbreiten des Virus verhindern. Wer geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen.
Warum will die CDU drei Tests?
Die größte Oppositionsfraktion im Landtag will drei wöchentliche Tests zu Beginn des neuen Schuljahres. Das sei einerseits ein Anreiz, dass sich mehr Leute impfen lassen, andererseits erhöhe dies die Sicherheit, sagte Fraktionschef Baldauf.
Wie steht es um die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten?
Die CDU-Obfrau für Bildung, Jenny Groß, forderte ein eigenes, vom Bund unabhängiges Programm des Landes für Luftreinigungsgeräte. Derzeit hänge die Anschaffung von den einzelnen Schulträgern ab, das führe zu einem Flickenteppich im Land. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte vor den Sommerferien angekündigt, das Programm für die Geräteanschaffung auf zwölf Millionen Euro zu verdoppeln. Nach Vorgaben des Bundes dürfen mobile Geräte jedoch nur für Räume finanziert werden, die nicht über die Fenster gelüftet werden können.
Was ist mit den Schulbussen?
Die CDU kritisiert, dass das Programm für zusätzliche Schulbusse im Juli ausgelaufen ist. Das für Mobilität zuständige Klimaschutzministerium teilte auf Anfrage mit, ab einer Inzidenz von 75 seien weiter zusätzliche Busse vorgesehen. Der Förderverordnung müsse der zuständige Landtagsausschuss noch zustimmen.
Weshalb warnen Schüler vor zu viel Leistungsdruck?
Klassenarbeiten und Tests sollten auf ein Minimum reduziert werden. Das fordern Schüler, Eltern und Lehrer nach der gemeinsamen Tagung. Die vergangenen Monate seien eine enorme Belastung gewesen. Cornelia Schwartz vom Philologenverband sagte: „Es gibt die Sorge, dass alle Lehrkräfte wieder in Panik verfallen und gleich mit Klassenarbeiten zuschlagen.“ An dieser Stelle wird das Ministerium aufgefordert, den Druck herauszunehmen.


