Rheinland-Pfalz
Uralt-Daten lassen Pfälzer Stadt wie Kampfhunde-Hochburg aussehen [mit Grafiken]
Rheinland-pfälzische Kommunen müssen statistisch erfassen, wie viele gefährliche Hunde es bei ihnen gibt. Den Zahlen zufolge sind Ludwigshafen und Kaiserslautern Hochburgen für solche Tiere. Doch während die eine Stadt sich ihre Spitzenstellung nicht erklären kann, weiß die andere: In ihrer Datei tummeln sich viele Karteileichen. Die zuständige Landesbehörde zeigt sich verblüfft.
Vier Hunde begleiten die Frau, die an einem September-Sonntag durch den Volkspark in Kaiserslautern spaziert: Zwei hat sie Zeugen zufolge an der Leine, zwei weitere lässt sie frei laufen. Prompt springt einer dieser beiden einen sechsjährigen Jungen an, verletzt ihn leicht – ein Vorfall, der dem Tier sogar eine Einstufung als gefährlich bescheren könnte. Denn ein Gesetz legt fest: Mit diesem Eigenschafswort werden nicht nur jene landesweit derzeit etwa 200 Hunde gebrandmarkt, die wie Pitbullterrier allein aufgrund ihrer Rasse als bedrohlich gelten. Im selben Verzeichnis wie die oft als Kampfhunde geschmähten Tiere können weitere Artgenossen landen, wenn sie zugebissen, Wild gehetzt oder „in aggressiver oder Gefahr drohender Weise Menschen angesprungen haben“. Und auffällig werden eben auch Hunde, die eigentlich eher putzig wirken: Dackel und Dackelmischlinge etwa haben nach amtlicher Landes-Zählung im Jahr 2018 sechsmal Menschen verletzt sowie einmal einen Artgenossen getötet. Außerdem dokumentiert die Beiß-Statistik, dass eine Person sogar von einem Chihuahua angefallen wurde.