Kommentar
Seniorenheime: Zu lange zugeschaut
Mit der richtigen Idee war Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) schon im Oktober am Start: In den Altenheimen sollten Mitarbeiter und möglichst auch Bewohner und Besucher regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Als überall noch missmutig auf Partygänger geschaut wurde, erkannte die Ministerin, dass es nun notwendig sei, die vulnerablen Gruppen zu schützen – denn im Zweifel sind sie es, mir denen das Gesundheitssystem überfordert ist, und weniger die Jungen mit ihren meist leichteren Krankheitsverläufen.
Ersetzt keine Pflicht zum Testen
Aber dass die gute Idee zwei Monate und 1500 infizierte Bewohner später noch nicht flächendeckend umgesetzt ist, gehört zu den Minuspunkten im rheinland-pfälzischen Corona-Krisenmanagement. Die Regierung hat eindeutig zu lange zugeschaut. Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) hat mit dem Lockdown vor mehr als einer Woche einen Pflichttest für Besucher angekündigt, doch ihr Machtwort ist bisher nicht durch eine Verordnung in politisches Handels umgesetzt. Die nun aus dem Boden gestampfte Kriseneinheit ist wieder eine gute Idee. Sie wird zu einem Mehr an Tests führen. Aber eine Pflicht ersetzt sie nicht.