ÖPNV RHEINPFALZ Plus Artikel Busfahrer könnten nächste Woche schon wieder streiken

Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Busfahrer.
Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Busfahrer.

Am Donnerstag und Freitag fallen in Rheinland-Pfalz voraussichtlich jede Menge Busse aus. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten privater Busunternehmen zum Streik aufgerufen. Weitere Streiks im Mai könnten folgen.

Aufgerufen zum Streik sind unter anderem sämtliche Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte. Das Unternehmen bedient Linien in der Vorder- und Südpfalz, aber auch in der West- und Saarpfalz. Auch der Stadtbus Zweibrücken zählt zu den betroffenen Unternehmen. Die Arbeitskampfmaßnahmen sollen bis zum Schichtende der Busfahrer am Freitag, 7. Mai, andauern.

Wie Verdi-Arbeitskampfleiter Marko Bärschneider erklärt, variieren die Schichtenden der Busfahrer: Die Streiks könnten sich an einigen Orten also auch in die frühen Stunden des Samstags hineinziehen. Welche und wie viele Linien genau ausfallen, könne die Gewerkschaft jedoch nicht genau sagen. „Die DB Regio Bus Mitte und die DB Regio Bus Rhein-Mosel machen zusammen aber den Mammutanteil des Linienverkehrs in Rheinland-Pfalz aus – gut 60 bis 65 Prozent“, sagt Bärschneider. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass innerhalb der genannten DB-Betriebe alle Linien ausfallen. Von 5500 Fahrerinnen und Fahrern im privaten Omnibusgewerbe in Rheinland-Pfalz rechnet Verdi mit bis zu 3500, die sich am Streik beteiligen.

Streik als „Ultima Ratio“

Schüler und Pendler müssen sich laut Verdi für die beiden Streiktage darauf einstellen, dass ihr Bus zur Schule beziehungsweise Arbeitsstelle nicht fährt. Hintergrund der Streiks ist der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Verkehrsgewerbes (VAV) Rheinland-Pfalz. Verdi möchte die Tarifverhandlungen fortsetzen, bei denen es der Gewerkschaft im Kern um bessere Arbeitsbedingungen für die Busfahrer geht. Diese Verhandlungen waren unterbrochen worden, die Unterbrechung endete jedoch am 31. März. „Bis heute gibt es aber keinen neuen Termin für die Verhandlungen“, kritisiert Bärschneider. Das Streiken sei als „Ultima Ratio“ zu verstehen. Sollte es danach keine Terminvorschläge vonseiten der VAV geben, könnten weitere Streiks am 12. beziehungsweise am 17. und 18. Mai folgen, kündigt Bärschneider an. Wenn bis zum 21. Juni kein Tarifergebnis vorliege, ist laut Gewerkschaft auch ein Dauerstreik denkbar.

Verdi kritisiert, dass Busfahrer oft zwölf bis 13 Stunden am Tag arbeiten müssen, aber nur ein Bruchteil dieser Stunden tatsächlich vergütet wird. Standzeiten, in denen die Fahrer auf ihre nächste Linie warten, und Fahrzeitunterbrechungen würden nicht bezahlt. „Ein Busfahrer wird nur dann entlohnt, wenn die Reifen rollen“, konkretisierte Michael Köhler, Busfahrer in der Region Ahrweiler, die Situation in einem Pressegespräch am Mittwoch. Georg Vassiliadis, der hauptsächlich in Speyer fährt, berichtete wiederum von jeder Menge Sechs-Tage-Wochen, in denen er auch samstags und sonntags fahren müsse: „Das bedeutet natürlich weniger Zeit für die Familie.“

Gesundheitsgefahren im Bus

Zu den unattraktiven Arbeitszeiten und der Tatsache, dass Busfahrer ganz oft stundenlang an Orten ausharren müssten, an denen sie nicht einmal eine Toilette zur Verfügung hätten, kommen laut Verdi einige Gesundheitsgefahren, denen die Fahrer ausgesetzt sind. Bärschneider: „Dabei geht es nicht nur um Ansteckungsgefahren im Bus, sondern auch um kaputte Klimaanlagen, deretwegen Menschen in Bussen auch schon kollabiert sind.“

x