Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Wegekonzept soll Ende Februar stehen

Alle Wege führen zur Burg Landeck? Im Auftrag des Pfälzerwaldvereins und des Bezirksverbands Pfalz wird zur Zeit an einem neuen
Alle Wege führen zur Burg Landeck? Im Auftrag des Pfälzerwaldvereins und des Bezirksverbands Pfalz wird zur Zeit an einem neuen Wegekonzept gearbeitet.

Der neue Wanderwege-Plan sollte eigentlich im November fertig werden. Doch als bekannt wurde, wie viele Wege wegfallen sollen, gab es einen Aufschrei. Am überarbeiteten Konzept hatten die Wegewarte ein Wörtchen mitzureden.

Als vergangenen Herbst ein Zwischenstand zum neuen Konzept veröffentlicht wurde, gab es zunächst Kritik. Denn etwa die Hälfte der Routen des Pfälzerwald-Vereins (PWV) sollen wegfallen. PWV-Hauptwegewart Gerhard Bohl kritisierte, es werde „die Axt an die Grundpfeiler des PWV als Wanderverein“ gelegt. Im November und Dezember wurde dann noch einmal am Konzept gearbeitet, gemeinsam mit Wegewarten und Mitgliedern aus Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins. Bohls pfälzisch-zurückhaltendes Lob zu den Ergebnissen: „Man sollte es so lassen können.“ Die Wegewarte stünden inzwischen voll hinter dem Projekt.

Kein Konflikt, eher Diskussionen

„Von einem Konflikt mit den Wegewarten zu sprechen, ist hier aber übertrieben“, sagt Peter Dell vom Beratungszentrum Kobra in Landau dazu. Gemeinsam mit der Firma Via aus Köln arbeitet er mit den Partnern vor Ort an den Wanderwegen. „Viele sind schon traurig, dass Strecken wegfallen. Aber es gibt auch die Einsicht, dass es so nicht weitergeht.“ Denn ein Grund für das neue Konzept sei, dass manche der Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins mit der Wege-Pflege nicht mehr hinterherkämen, erklärt Dell. Bei den vielen Strecken und Zuständigkeiten im Wald wurde es unübersichtlich, weshalb das Wegenetz ausgedünnt werde: Von den mehr als 3000 Kilometern, die der PWV derzeit im Pfälzerwald betreut, sollen etwa 40 Prozent wegfallen.

„Wir Wegewarte haben versucht, zu korrigieren“

Die meisten der Wegewarte seien von Anfang an von der Idee überzeugt gewesen, sagt Dell. Viele waren bei der Erstellung des Konzepts im engen Austausch mit dem Planungsbüro Via. Thomas Stolz von Via berichtet, dass es drei Workshops mit den Bezirkswegewarten gegeben habe und einen im Dezember mit Mitgliedern aus vier Ortsgruppen. Auch zwischen den Terminen habe es viele Anregungen aus den Vereinen gegeben, die das Planungsbüro dann eingearbeitet habe.

Das sei auch nötig gewesen, findet Hauptwegewart Gerhard Bohl: „Die Firma Via hat natürlich nicht das spezielle Wissen über die Wege. Wir Wegewarte haben versucht, das zu korrigieren.“ Sie hätten zum Beispiel versucht, wenn möglich, schöne kleine Pfade auszuwählen statt großer Fahrwege. Beim Workshop im Dezember sei es um genau solche feinen Abstimmungen gegangen, um das sogenannte Feinwegenetz. „Wir wollen Qualität, also lieber schönere Wege. Und die Wanderwarte wissen natürlich, welche Strecke die schönere ist“, sagt Stolz. Grundsätzliche Änderungen habe es aber zu dem Zeitpunkt keine mehr gegeben.

Wie geht es weiter?

Als nächstes gebe es Ende Februar ein Treffen, bei dem das Konzept dann an den Auftraggeber, also den Pfälzerwaldverein und den Bezirksverband Pfalz übergeben werde. „Wir als Büro sind dann erst einmal fertig“, sagt Stolz. Doch dann stehe nur das Konzept „auf dem Papier“. Ziel sei aber selbstverständlich die Umsetzung und Ausschilderung der neuen Wege. Dafür werde es dann eine Ausschreibung geben, auf die sich wiederum Firmen bewerben können.

Hoffnung auf Zertifikat für gesamtes Wegenetz

Dass es dabei bleibt, bestätigt auch Martin Brandl, Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins. Dann soll das fertige Konzept veröffentlicht werden. „Vereinspolitisch ist das Konzept jetzt unter Dach und Fach. Die Wegewarte stehen komplett dahinter“, sagt Brandl. Ihm sei vor allem die Einheitlichkeit bei den Wegemarkierungen wichtig. Bisher gebe es verschiedene Zuständigkeiten, die Beschilderung werde unterschiedlich umgesetzt. Manche Verbandsgemeinden hätten zum Beispiel bereits eigene Wege mit der Firma Via erstellt, andere nicht. Und wenn das Wegenetz einmal einheitlich und übersichtlich sei, gebe es die Chance, das gesamte Netz durch das Deutsche Wanderinstitut zertifizieren zu lassen, was für die Region touristisch sinnvoll sei.

Brandl nennt noch zwei weitere Vorteile eines neuen Wegenetzes: „Wenn die Besucherströme zu den interessanten Punkten gelenkt werden, wie Hütten, Burgen oder Sehenswürdigkeiten, haben die mehr davon“. Und an manchen Stellen blieben größere Bereiche frei, was die Natur dort entlaste und dem Naturschutz entgegenkomme. Drittens werde das neue Konzept digital erstellt, die Wege seien inzwischen alle in einer digitalen Karten eingetragen.

Die Wegemarkierungen im Pfälzerwald ald werden sich bald ändern.
Die Wegemarkierungen im Pfälzerwald ald werden sich bald ändern.
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