Beziehungstipp Richtig streiten: Warum das der Beziehung gut tun kann

Wenn man streitet hilft es, an einen neutralen Ort zu gehen.
Wenn man streitet hilft es, an einen neutralen Ort zu gehen.

Sich oft zu streiten muss nichts Schlechtes sein, sagt Paarberaterin Stefanie Ludwig. Es sei aber wichtig, eine individuelle Streitkultur zu entwickeln. Darauf solltet ihr achten.

Ein Streit mit dem Partner oder der Partnerin kann schnell entstehen – und genauso schnell verletzend werden. Doch Konflikte müssen nicht immer negativ enden. Vielmehr sollten sie Paarberaterin Stefanie Ludwig zufolge die Beziehung weiterbringen. Tipps wie das funktioniert, gibt es viele, doch jedes Paar müsse seine eigene Streitkultur finden. Pauschalsätze wie „Gehe nie streitend ins Bett“ seien keine Universallösung. Und trotzdem gibt es Tipps, an denen sich Paare orientieren können.

Viel streiten muss nicht negativ sein

Das wichtigste zuerst: „Die Menge an Streit ist keine Aussage über die Beziehungsqualität“, sagt Ludwig. Streit biete vielmehr Chancen für das Miteinander. „Ein Streit räumt auf, testet die Beziehung, setzt Energie frei und schafft Raum für Entwicklung.“ Ein streitiges Thema totzuschweigen sei daher eher ungesund. Ludwig vergleicht das mit einer Standortbestimmung für die Beziehung. Man sollte sich die Fragen stellen: Wo stehe ich? Wie sehe ich das? Was denkt der oder die andere? Entweder werde dann ein Kompromiss gefunden oder sogar eine Trennung diskutiert.

Paarberaterin Stefanie Ludwig.
Paarberaterin Stefanie Ludwig.

Gewaltfreie Kommunikation

Doch wie kann man Streit in Konfliktsituationen regeln? „Gewaltfreie Kommunikation ist hier wieder das Vorbild“, erinnert Ludwig. Dabei gehe es vor allem darum, Ich-Botschaften zu senden und Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen. Schuldzuweisungen sollten vermieden werden, Schimpfwörter hingegen seien auch mal erlaubt – allerdings seien diese mit Vorsicht zu genießen, da sie Wunden hinterlassen könnten.

Generell gelte aber: Nicht im Affekt größere Streitigkeiten klären. Denn da gelinge es eher schlecht, ruhig zu bleiben. In solchen Situationen seien verletzende Dinge schnell dem anderen an den Kopf geworfen. Dementsprechend empfehle Ludwig, erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen – sofern das die eigene Streitkultur zulasse.

Um gewaltfrei zu kommunizieren, ist es wichtig, Ich-Botschaften zu senden.
Um gewaltfrei zu kommunizieren, ist es wichtig, Ich-Botschaften zu senden.

Bedürfnisse reflektieren

Denn dann könne man überlegen, warum man verletzt ist, welches Bedürfnis nicht erfüllt wurde und woher das kommt. Auch solle man sich fragen, ob der Konflikt ausschlaggebend für die Beziehung sei oder ob man in seinem inneren Kind gefangen ist und einfach nur Recht haben möchte.

Sucht man dann das Gespräch, solle man dem jeweils anderen aufmerksam zuhören. „Durch Wiederholungen kannst du das Empfangen und Senden abgleichen“, rät Ludwig. Genauso wichtig sei ein ähnlicher Redeanteil. Das Ziel sollten Kompromisse sein. Jeder dürfe dabei seine Meinung behalten, doch sollte man sich auch in die andere Sichtweise hineinversetzen können.

Streiten beim Spazierengehen

Auch die Wahl des Ortes sollte überlegt sein. Ein neutraler Ort könne nämlich helfen. „Bei einem Spaziergang in Bewegung ist es meist besser als im Café oder wenn die Kinder im Nebenzimmer schlafen“, weiß Ludwig. Genauer gesagt: Wer über den Haushalt streitet, sollte nicht währenddessen in der Wohnung stehen, da das ein schlechtes Umfeld für den Streit sei. In der Natur hingegen gebe es eine entspanntere Atmosphäre. Zusätzlich gebe es keinen zwanghaften Blickkontakt und die für einen Streit typische ablehnende Gestik sei auch nicht mehr zentral im Vordergrund.

Individuelle Streitkultur entwickeln

In Filmen enden Streitigkeiten oft in Versöhnungssex. Laut Stefanie Ludwig kann Streit ein Vorspiel zum Sex sein. „Aber nur so lange es ein Spiel ist und nicht zu sehr verletzt und trennt.“ Dabei sei jeder Mensch anders. Bei anderen könne Streit sich vielmehr negativ auf die Libido auswirken.

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