18. bis 20. Juli Straßentheater in Kaiserslautern: Alles muss wieder raus

Beeindruckend: Nellie das Nilpferd ist bei „Alles muss raus!“ unterwegs.
Beeindruckend: Nellie das Nilpferd ist bei »Alles muss raus!« unterwegs.

Menschen mit und ohne Beeinträchtigung feiern beim Straßenfestival „Alles muss raus!“ in Kaiserslautern mit attraktiven Gästen. Wo wird’s feurig, wo lustig?

Wer dieses Festival kennt, weiß, dass die Aufforderung „Alles muss raus!“ keine Drohung ist. Ein Publikum, das offen für besondere Begegnungen ist, darf sich am Wochenende, 18.-20. Juli, in Kaiserslautern erneut auf Straßentheater, Artistik und Musikbeiträge aus Deutschland und anderen Ländern freuen.

Die Veranstalter, darunter die Lebenshilfe-Gesellschaft Kunst und Kultur sowie die Lebenshilfe Westpfalz, listen rund 150 Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Beeinträchtigung in 25 Ensembles aus zehn Ländern auf. Es soll schräg, feurig, berührend, klangvoll und lustig werden.

Feuer und Artistik: Upside Down Acro.
Feuer und Artistik: Upside Down Acro.

Wer etwa gleich am Eröffnungsabend nach Kaiserslautern kommt, lernt mit Upside Down Acro (Niederlande) ein Duo kennen, das das Spiel mit dem Feuer liebt (Fr 18.7., 22 Uhr, Rathausplatz). Die akrobatische Show dauert etwa 30 Minuten und ist nochmals am Samstag, 19. Juli, ab 22 Uhr zu sehen.

Ebenfalls an zwei Tagen steht die große Platzinszenierung „Fantôme“ auf dem Programm: Das Collectif La Méandre aus Frankreich erzählt in seinem „Ciné-Concert“ von einem Kind, das, ohne es zu wollen, einen Volksaufstand gegen eine Diktatur auslöst. Diese Inszenierung ist der Ankündigung zufolge eine Mischung aus Konzert, Theater und Kino, der Film werde dabei auf ein bewegliches Bühnenbild projiziert (Fr 18.7. und Sa 19.7., jeweils 22 Uhr, Stiftsplatz; Dauer etwa 60 Minuten).

Schlagwerker der Band Einstürzende Neubauten

Nicht nur zuschauen und staunen, sondern aktiv werden sollen Besucherinnen und Besucher beim nach 2014 zweiten großen Trommel-Mitmach-Konzert unter freiem Himmel, angeleitet von N.U. Unruh, dem Schlagwerker der Band Einstürzende Neubauten. Rund 100 Trommeln und 200 Sticks stehen und liegen vor der Bühne bereit, Vorkenntnisse werden nicht erwartet (Fr 18.7., 21 Uhr, sowie Sa 19.7., 19 Uhr, Schillerplatz).

Es gibt außerdem ein Flöten-Mitmach-Konzert (Sa 19.7., 12.30, 15 und 18 Uhr; So 20.7., 15.30 und 17.30 Uhr, Stockhausplatz). Und wer lieber singt, kann sich das etwa einstündige Live-Karaoke am Sonntag, 20. Juli, 18 Uhr, auf dem Schillerplatz vormerken. Begleitet werden die Akteure von der inklusiven Band The Living Music Box aus Hamburg.

Zu den großen Attraktionen in einem anderen Sinn zählt Nellie das Nilpferd, vom Teatro Pavana als Walk Act „mit Biss“ angekündigt. Doch so schlimm wird es wohl nicht werden, denn das Tier kann frech, aber auch fröhlich sein und hat zudem eine zweibeinige Begleiterin an seiner Seite (Sa 19.7., 12.30 und 16.30 Uhr; So 20.7., 15 und 17 Uhr, Start am Martinsplatz). Das ist aber längst nicht alles.

Zu Gast bei Fremden: das „Glad Teater“.
Zu Gast bei Fremden: das »Glad Teater«.

In der Rolle von Entdeckern sind die Darsteller des Tanzstücks „Reflektor“ des Glad Teater aus Dänemark unterwegs. Das Stück des Glad Theaters handelt vom Fremdsein. Sie ahmen ihnen unbekannte Gestalten nach und berichten sich gegenseitig von ihren Erkenntnissen (Sa 19.7., 13 und 16.30 Uhr; So 20.7., 12 und 15 Uhr, Innenhof der Stiftskirche).

Und am Wadgasserhof zieht ein Campingwagen die Aufmerksamkeit auf sich: Das dort wohnende, schon etwas ältere Pärchen stellt zum Amüsement des Publikums fest, dass das gemeinsame Leben auf kleinem Raum seine Tücken hat („Sweet Home on Wheels“, Sa 19.7., 14/17 Uhr; So 20.7., 14 und 16.30 Uhr).

Alles muss raus! – Straßentheater- und Musikfestival: 18.-20.7., Kaiserslautern, Eintritt frei; lediglich die Eröffnungsrevue kostet 5 Euro Eintritt pro Person: Fr 18.7., 19.30 Uhr, Fruchthalle, Abendkasse angekündigt ab 18.30 Uhr, Vorverkauf zum Beispiel in der Tourist-Info, Fruchthallstraße; Infos unter www.alles-muss-raus-festival.de

Camping-Leben mit Tücken: „Sweet Home on Wheels“ mit Adrian Schvarzstein (links) und Paolo Martini.
Camping-Leben mit Tücken: »Sweet Home on Wheels« mit Adrian Schvarzstein (links) und Paolo Martini.
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