Kulinarik
Pfälzer Wurst: Ein Wettbewerb für Feinschmecker
Sie waren lange Jahre liebgewordene Tradition und sozusagen Spiegel der Pfälzer Wurst-Seele: der Saumagen- und der Leberwurst-Wettbewerb der Fleischer-Innung Süd- und Vorderpfalz.
Bei einer Neuauflage wird nun das Spektrum auf alle handwerklich hergestellten Wurstwaren von Pfälzer Metzgern ausgeweitet. Jeder, der möchte, kann sich vor Ort selbst ein Bild der Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Pfälzer Fleischerhandwerks machen. Abschließend wird beim Galaabend mit Tanzmusik und Mehrgang-Menü von TV-Koch Frank Brunswig genüsslich gefeiert.
Reiche Tradition zelebrieren
„Die Pfalz ist bekannt für ihre Vielfalt an kulinarischen Köstlichkeiten und langjährigen kulinarischen Traditionen“, unterstreicht Innungsobermeister Walter Adam. „Durch die Vereinigung des Saumagen- und Leberwurstwettbewerbs würdigen wir nicht nur zwei herausragende Pfälzer Spezialitäten, sondern zelebrieren umfassend die reiche Tradition unserer Wurstwaren.“ Der neue Spezialitätenwettbewerb der Pfalz zeige einen Querschnitt durch das Angebot von Pfälzer Handwerksmetzgern, so Adam.
Ob Saumagen, Blut- oder Leberwurst, Schinken, roh wie gekocht, Würstchen-Knacker oder Braten mit Kartoffelfüllsel – die Bandbreite an Wurstprodukten, die im südpfälzischen Herxheim präsentiert und verkostet werden kann, ist groß.
133 Produkte angestellt
Laut Jochen Heck, beim Dienstleistungszentrum Handwerk in Ludwigshafen zuständig für die Fleischer-Innung Süd- und Vorderpfalz, sind 133 Proben aus eigener Herstellung von 17 Fleischerfachgeschäften eingereicht worden. „Industrielle Ware ist nicht zugelassen“, betont Heck ergänzend. Den Initiatoren zufolge gehen dabei auch nur ganze Produkte, keine Anschnittstücke, in den Wettbewerb.
Die Bewertung erfolge „ohne Kenntnis des Herkunftsbetriebes durch eine Jury aus Spezialisten des Fleischerhandwerks und Vertretern der Politik.“ Bewertungskriterien seien unter anderem die äußere Herrichtung und Beschaffenheit, Aussehen, Farbe und Zusammensetzung, Konsistenz sowie Geruch und Geschmack. Insgesamt können dafür bis zu 50 Punkte verteilt werden.
Ausgeklügelte Prämierung
Neu ist an dem Konzept auch, dass es nicht wie bei Leberwurst- oder Saumagen-Wettbewerb Gesamtsieger in einzelnen Kategorien gibt. Proben, gleich welcher Wurst, die 49 oder 50 Punkte erzielen, werden mit Gold prämiert, zwischen 46 und 48 Punkten gibt es Silber, zwischen 42 und 45 Punkten Bronze. „Dabei wird jede erreichte Goldprämierung mit fünf Punkten, jede Silberprämierung mit vier Punkten und jede Bronzeprämierung mit drei Punkten gewertet“, erörtert Obermeister Adam. Wer also mehr als eine Probe einreicht, ist klar im Vorteil. Pro Betrieb können das bis zu zehn unterschiedliche Wurstwaren sein. Eine Wettbewerbstrophäe erhält, wer mit allen seinen Proben unterm Strich eine Gesamtpunktzahl von 30 erreicht.
Am Ende feiern Veranstalter, Jury und Teilnehmer gemeinsam mit allen Genießern, die, so Heck, „gerne einen schönen Abend mit Essen und Tanz verbringen wollen“. Anders als der Wettbewerb selbst ist die kulinarische Gala mit TV-Koch Frank Brunswig allerdings anmelde- und eintrittspflichtig.
Spezialitätenwettbewerb der Pfalz: Fr 25.10., 10 Uhr, Herxheim bei Landau, Elmar-Weiller-Festhalle, Eintritt frei; Galaabend: Sa 26.10., 19 Uhr, mit Menü und Musik, Anmeldung (80 Euro): metzgereiadam@yahoo.de oder kontakt@fleischerei-flick.de. Weitere Infos: 07276 1234
Rezepttipps: Pfälzer Klassiker mit Hausmacher
Dreggische Grumbeere
Übersetzt heißt diese Pfälzer Spezialität wenig appetitlich „dreckige Kartoffeln“. Aber das deftige Gericht ist schnell zubereitet, schmackhaft und hat durchaus das Zeug zum Seelentröster in kalter, dunkler Jahreszeit.
Zutaten für vier Portionen:
1 kg festkochende Kartoffeln, 200 g Blutwurst Hausmacher Art, 200 g Leberwurst Hausmacher Art, 1 Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, Majoran, Bratöl, etwa Sonnenblumenöl, nach Belieben Gewürzgurken oder Sauerkraut
Zubereitung:
Kartoffeln möglichst am Vortag mit Schale kochen. Nach dem Pellen auskühlen lassen. Kartoffeln in Scheiben schneiden, Zwiebel würfeln und den Knoblauch klein hacken. Kartoffeln in einer Pfanne im Öl anbraten. Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und zum Schluss, wenn die Kartoffeln schön gebräunt sind, die in Stücke geschnittene Blut- und Leberwurst zugeben. Die Wurst muss in der Pfanne zerlaufen, dabei ständig wenden. Mit Majoran, Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. Auf Tellern anrichten und mit Gewürzgurken oder Sauerkraut servieren. Dazu passen kräftiges Brot, Pfälzer Wein oder auch Bier.
Schwartenmagen-Salat mit Munster-Trauben-Vinaigrette
Fein interpretiert mit elsässischem Einschlag ist in diesem Rezept der Schwartenmagen-Salat.
Zutaten für zwei Portionen:
120 ml Gemüsebrühe, 1 TL Senfsaat, 2 EL Weißwein, 50 g Munsterkäse, 1 kleine rote Zwiebel, 8 grüne Trauben, 4 EL Weißweinessig, 1 TL Senf, 3 EL Olivenöl, Salz, 100 g Schwartenmagen, dünn aufgeschnitten, 2 EL Schnittlauchröllchen
Zubereitung:
Die Brühe mit Senfsaat und Wein aufkochen und abkühlen lassen. Den Käse klein würfeln. Zwiebel in feine Scheiben schneiden, Trauben halbieren. Brühe mit Weißweinessig, Senf und Olivenöl zu einem Dressing verrühren. Käsewürfel unterrühren, salzen. Den Schwartenmagen auf zwei Tellern auslegen und mit Traubenhälften, Zwiebeln und Schnittlauch belegen. Alles mit der Vinaigrette beträufelt servieren. Dazu passt ein rustikales Bauernbrot mit Butter.
Tipp von Obermeister Walter Adam aus dem südpfälzischen Herxheim: hauchdünne Scheiben luftgetrockneter Blutwurst zum Schwartenmagen geben.
