Mannheim Die Auferstandene: Anastacia kommt nach Mannheim

Ihre deutschen Fans blieben Anastacia immer treu.
Ihre deutschen Fans blieben Anastacia immer treu.

Anastacia ist die Queen des 2000er Jahre Power-Souls. Jetzt kommt die Amerikanerin für ein Konzert nach Mannheim.

Anastacia ist eine Überlebende. Gleich zweimal besiegte die Sängerin aus Chicago den Krebs. Erstmals wurde 2003 Brustkrebs bei der Musikerin diagnostiziert, die bürgerlich Anastacia Lyn Newkirk heißt. Natürlich kommt so eine Krankheit immer zum falschen Zeitpunkt, bei Anastacia platzte sie in eine Phase, in der sie gerade auf einer beruflichen Erfolgswelle schwamm. 2000 war mit „Not That Kind“ ihr Debütalbum erschienen, das sich weltweit mehr als fünf Millionen Mal verkaufte und in vielen Ländern auf Platz eins der Charts landete, angetrieben vom Erfolg der Singleauskopplung „I’m Outta Love“. Der Nachfolger „Freak of Nature“ (2001) war mit rund sieben Millionen verkauften Einheiten dann sogar noch erfolgreicher, diesmal landete die Scheibe sogar in Deutschland auf dem Spitzenplatz. Die Singles „Paid My Dues“ und „One Day in Your Life“ knackten hierzulande die Top Ten. 2002 durfte Anastacia dann mit „Boom“ den Titelsong zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan einsingen. Und dann trat das Schicksal plötzlich unbarmherzig auf die Bremse.

Die Steh-auf-Frau

Anastacia ließ sich aber nicht unterkriegen, sondern verarbeitete ihre Krankheit in diversen Songs, die auf ihrem Album „Anastacia“ landeten, mit dem sie 2004 nach einem Jahr Pause ihre Rückkehr feierte. Und was für eine. Das Album schoss in Großbritannien, der Schweiz, Österreich und in Deutschland auf Platz eins. Hierzulande gab es dafür sogar Vierfach-Platin. Spätestens da war klar: Anastacia und Deutschland, das ist irgendwie eine Liebesbeziehung. Während die Platte in den USA, ihrem Heimatland, nie auf den Markt kam, riss man sie hier den Verkäufern in den CD-Abteilungen (ja, es war das Vor-Streaming-Zeitalter) nur so aus den Händen.

Vielleicht lag es daran, dass Anastacia mit ihrer soulig-rockigen Röhre so anders war als die weiblichen Künstlerinnen, die sonst so die deutschen Charts mit glasklaren Pop-Stimmen dominierten. Vielleicht lag es auch an dieser ungewöhnlichen Greifbarkeit einer US-amerikanischen Künstlerin für die deutschen Hörer, denn Anastacia tauchte immer wieder in TV-Sendungen und Shows auf. Auch, weil sie zwischenzeitlich in Berlin lebte, wo sie mit dem damaligen MTV-Moderator Patrice Bouédibéla eine Beziehung führte.

2013 brach die Erkrankung dann ein zweites Mal aus, wieder war Kampf angesagt, wieder entschied ihn Anastacia für sich. Der Name kommt übrigens aus dem Griechischen. bedeutet so viel wie „die Auferstandene“ und ist damit auch irgendwie Programm, steht er doch für die Nehmerqualitäten der Künstlerin, die ja auch seit jungen Jahren mit der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn umgehen muss.

Dass es ihr nie gelang, auch auf dem US-Markt Fuß zu fassen, führt Anastacia selbst übrigens auf Streitigkeiten zwischen ihrem damaligen US-Label und den großen wichtigen US-Radionetzwerken zurück, was dazu führte, dass sie lange auf einer schwarzen Liste der zugehörigen Sender gestanden habe.

Geburtstag des Terminators

Auch ohne den US-Markt kann sich die Karriere der Sängerin, deren Markenzeichen lange Zeit eine farbig getönte Brille war, aber sehen lassen. Mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Nicht schlecht für eine, deren Karriere einst als buchbare Sängerin für Events begann. Vor ihrem Durchbruch wurde sie gerade in Hollywood für viele Partys engagiert. Unter anderem von Steven Spielberg – und Arnold Schwarzenegger. Letzterer ließ sie auf seinem Geburtstag auftreten – und wollte, dass sie den En-Vogue-Song „Whatta Man“ zwölf Mal an diesem Abend für ihn sang, wie sie der BBC neulich in einem Interview verriet ...

Doch eher unwahrscheinlich, dass die Nummer den Weg auf die Setlist für Anastacias bald anstehendes Konzert in Mannheim findet. Dort dürften vielmehr viele Hits aus ihrem Debütalbum zu hören sein, das vergangenes Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feierte, aber auch jede Menge Evergreens aus ihrer langen, illustren Karriere.

Info

Anastacia, Di 23.6., 19 Uhr, Zeltfestival Rhein-Neckar, Maimarkt, Mannheim; Mi 1.7. 19.30 Ehrenhof, Rastatt. Tickets: www.eventim.de

Kein Titel (3000 x 2000 px)

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