Pfalz
Polizei: Wenige Angriffe auf Russischsprechende
Menschen, die Russisch sprechen, werden seit Beginn des Überfalls auf die Ukraine vermehrt Ziel von Anfeindungen, jedoch sei die Anzahl verbaler oder gar tätlicher Übergriffe glücklicherweise gering, teilen die beiden Pfälzer Polizeipräsidien auf Anfrage mit. So sei der Polizei im Bereich des Präsidiums Westpfalz in Kaiserslautern bis zum 23. März – also innerhalb der ersten vier Kriegswochen – lediglich „eine geringe Anzahl an Beleidigungsdelikten“ bekannt geworden. Ereignet hätten sich diese wenigen Vorfälle im Stadtgebiet von Kaiserslautern und in Pirmasens.
Kollegen bedroht
Im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen wurden im gleichen Zeitraum fünf Vorfälle bekannt. So habe ein Mitarbeiter einer Firma zwei russischsprachige Kollegen bedroht. In Germersheim habe eine unbekannte Frau einen 17-Jährigen bespuckt, der sich auf Russisch mit seiner Freundin unterhalten habe. Auch seien die Autoreifen eines ukrainischstämmigen Mannes zerstochen und ein Zettel „mit beleidigendem und bedrohendem Inhalt“ hinterlassen worden, so die Polizei.
Sie verweist zugleich darauf, dass bis zum 23. März in der Vorderpfalz 34 angemeldete Versammlungen stattgefunden hätten, bei denen gegen russischen Angriff demonstriert wurde, die größten in Speyer, Ludwigshafen, Annweiler und Kandel. Alle Versammlungen seien „friedlich und störungsfrei“ verlaufen.
LKA sammelt Informationen
Das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) hat nach eigenen Angaben zu Beginn des Ukraine-Krieges eine „Informationssammelstelle im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt“ eingerichtet. Diese nehme täglich entsprechende Meldungen der Polizeipräsidien im Land entgegen. „Die Gesamtanzahl der im Kontext relevanten Sachverhalte und Delikte liegt derzeit im mittleren zweistelligen Bereich“, teilt das LKA mit. In der Mehrzahl handle es sich um Beleidigungen und Sachbeschädigungen. Trotz der bisher weitgehend ruhigen Lage werde die Entwicklung genau beobachtet, so die Polizei, die betont: „Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und sind stets ansprechbar.“