Pfalz Nachbar erschlägt Huhn - Anzeige!

Billigheim-Ingenheim. Ein von einem Nachbarn mutwillig erschlagenes Huhn beschäftigt derzeit die Kriminalpolizei Landau. Es wird wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.
Annette Kern aus Mühlhofen ist untröstlich. Auch eine Woche nach dem Tod ihres zahmen Huhns „Geckserle“ schüttelt sie fassungslos den Kopf über das, was dem Tier angetan wurde. „Normalerweise kam es immer, wenn ich den Namen vor dem Füttern in die Scheune gerufen habe“, erzählt die 46-Jährige der RHEINPFALZ. Doch diesmal kam „Geckserle“ nicht. „Mein Vater Hilbert hatte vergessen, das Hoftor zu schließen.“ Da müsse das vierjährige Haustier ausgebüxt sein. Sie bekam es nach der fieberhaften Suche erst wieder tot zu sehen. Das Huhn muss bei seinem Freigang beim Nachbarn Hermann Bangerth aufgekreuzt sein, der es es dann mit einem Hammerstiel erschlagen hat, was dieser auch zugibt. Warum? Das Tier habe mit seinem Wasserhintern – eine Art Durchfallerkrankung – ausgesehen, als wäre es schwer krank und würde nicht mehr lange leben, sagte der Winzer und langjährige Jäger auf Anfrage. „Da habe ich es von seinem Leiden erlöst. Ich konnte ja nicht im ganzen Dorf rumlaufen und fragen, wem das Tier gehört“. Aber warum ließ er „Geckserle“ nicht einfach laufen? „Dass ich das nicht gemacht habe, ja, das war ein Fehler“, gibt er zu. Dass sich nun die Polizei mit dem Fall beschäftige, das sei lächerlich. „Wegen eines Huhnes ...“ Für Annette Kern war das alles zum Weinen, sie erstattete bei der Polizei Anzeige. „Geckserle war nicht krank, sondern gesund. Sonst hätte unser Haushuhn ja gar nicht die rund 150 Meter zum Grundstück von Herrn Bangerth geschafft.“ (mik)