Pfalzwetter RHEINPFALZ Plus Artikel Es bleibt noch eine Weile sonnig

Der Herbst lockt wieder die Wanderer in den Wald
Der Herbst lockt wieder die Wanderer in den Wald

Diese Woche gibt es in der Pfalz nach Frühnebel goldenes Oktoberwetter mit Temperaturen um die 20 Grad. Christian Müller vom Wetterbüro Klima-Palatina in Maikammer (Kreis Südliche Weinstraße) erwartet eine recht stabile Hochdruckzone, die für meist sonniges Wetter sorgt.

Müller geht davon aus, dass am Mittwoch die Temperaturen entlang des Rheins bis auf 23 Grad ansteigen. In der Westpfalz werden 21 Grad erwartet, auf der Kalmit 18 Grad. Der Wetterexperte prophezeit für das Wochenende bestes Ausflugswetter: „Die Temperaturen dürften sich bei uns bei um die 20 Grad einpendeln.“

In der kommenden Woche sollen aber atlantische Tiefausläufer die Wetterregie übernehmen, und es wird merklich kühler. Laut Klima-Palatina müssen sich die Pfälzer ab Mittwoch auf Regenschauer bei 12 bis 14 Grad einstellen. „Dazu wird es auch noch zunehmend windig“, so Müller.

Der goldene Oktober, mehrere warme Tage am Stück im Spätjahr, tritt Müllers Erfahrung nach fast jedes Jahr auf. Auch ein kühler September mit vielen Regentagen sei nicht ungewöhnlich. Auch 1990, 1995, 2001 und 2008 sei dies der Fall gewesen.

Durchschnittliche Wärme im September

Der September 2022 war laut Müller mit Blick auf die vergangenen 30 Jahre mit rund 15 Grad durchschnittlich warm. „Der heißeste Tag war der 6. September mit 31,2 Grad in Speyer und Römerberg“, sagt der Wetterexperte. Der bislang höchste Wert sei in der Pfalz am 2. September 1953 mit 34,2 Grad in Bad Dürkheim gemessen worden. Bemerkenswert findet Müller den deutlichen Niederschlagsüberschuss in der ganzen Pfalz.

Zu nass sei der September ausgefallen, erklärt der Meteorologe. „Spitzenreiter war hierbei die Westpfalz mit 172 Litern pro Quadratmeter als Monatssumme. In der Südpfalz waren es in Bad Bergzabern 143 Liter, in der Vorderpfalz 109 Liter in Frankenthal.“ Sonst fallen durchschnittlich gerade mal rund 52 Liter. Nach der extremen Trockenheit im Sommer kam das der Natur aber auch sehr gelegen.

1895 war ein Rekordjahr

Ähnlich nasse September gab es laut Klima-Palatina auch früher – etwa im Jahr 1882, damals verzeichnete man 166 Liter pro Quadratmeter, 153 Liter waren es 1939 und 145 Liter 1957. Überhaupt kein Niederschlag fiel im September 1895, was bis heute einen Rekord darstellt. 1,0 Liter waren es im September 1890. 1959 wurden in Speyer nur 0,1, in Kaiserslautern 0,3 und in Neustadt 1,4 Liter gemessen.

Mit 158 Sonnenscheinstunden war der September mit etwa 92 Prozent leicht unterdurchschnittlich. Hier sei der September 1959 mit 305 Sonnenscheinstunden absoluter Spitzenreiter gewesen, so Müller. Für Schäden in den Weinbergen sorgten Gewitter und am 6. September ein Unwetter mit Starkregen und Hagel in der Region Deidesheim und Ruppertsberg. Bis zum Herbstanfang am 23. September schien nochmals die Sonne, doch dann wurde es unbeständig.

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