Pfalz Erneut weniger Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz eingetroffen
Das vierte Jahr in Folge hat Rheinland-Pfalz weniger Flüchtlinge aufgenommen. Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2019 wurden dem Land über das bundesweite Verteilsystem EASY 5898 Asylbewerber zugewiesen, wie das Integrationsministerium mitteilte. Dies waren 14,6 Prozent weniger als 2018. Die meisten Flüchtlinge kamen im Jahr 2015 nach Rheinland-Pfalz: Damals waren es 52 846 - rund neun Mal so viele wie im vergangenen Jahr.
Deutlicher Rückgang bei unbegleiteten Minderjährigen
Hauptherkunftsländer waren im vergangenen Jahr Syrien, Nigeria, Türkei, Pakistan und Iran. Noch stärker rückläufig als die Gesamtzahl der Asylbewerber war 2019 die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Der zentralen Verteilstelle beim Landesjugendamt wurden nach Angaben des Ministeriums 345 junge Menschen zugewiesen - fast ein Viertel (23,8 Prozent) weniger als 2018.
Zum vergangenen Jahreswechsel lebten 2045 Menschen in den vier Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (Afa) des Landes. Platz gibt es in Speyer, Trier, Hermeskeil und Kusel zurzeit für 3130 Menschen.
Weniger Abschiebungen
Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Abschiebungen aus Rheinland-Pfalz wieder gesunken. In den ersten elf Monaten waren es 1184, rund 16 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2018. Nahezu gleich geblieben ist im Gefängnis Ingelheim die Zahl der Abschiebehäftlinge in der Zuständigkeit rheinland-pfälzischer Ausländerbehörden - sie sank in den ersten elf Monaten des Jahres 2019 von 215 auf 211.