Hassloch
Die ehemalige Pfälzische Weinkönigin macht Ihr Hobby zum Beruf
Die Studentin rechnet damit, ihren Abschluss in „International Wine Business“ in zwei Jahren in der Tasche zu haben. Aber so lange wollte sie nicht warten, sondern loslegen. „Wenn man sein Hobby zum Beruf macht, ist das ja gar keine Arbeit“, sagt die Haßlocherin, die beides gleichzeitig ist: heimatverbunden und weltverliebt. Mit 16 schon hat sie ein Jahr im Ausland verbracht und ist in Galway in Irland („da kommt Ed Sheeran her“) in die Schule gegangen. Ihr waren entsprechende Unterlagen daheim in die Hände gefallen. Und so hat sie keine Ruhe gegeben, bis die Eltern einem Auslandsjahr zugestimmt haben.
In Irland in einer Mädchenschule
Das Wetter dort „ist wie im August 2021 in Deutschland“, sagt sie und lacht. Alles andere hat sie aber begeistert. Nach einem zweiwöchigen Vorbereitungskurs in Dublin war der erste Monat nicht so leicht. Am Ende aber hatte die junge Deutsche sehr gute Noten in der Schule, die eine reine Mädchenschule war. „Das hat meinen Ehrgeiz geweckt, daheim auch mehr für die Schule zu machen“, erzählt sie. Zu ihren Fächern gehörten Japanisch, Heimwirtschaft und beispielsweise auch Meditation. Die wurde von Nonnen unterrichtet, die der Ansicht waren, dass die jungen Frauen auch einfach mal „nichts denken“ sollten. Und das hat sie mitgenommen. „Ich meditiere bis heute“, sagt Anna Löffler, die nach dem Abitur auf der Suche nach einer Ausbildung Richtung Chemie und BASF unterwegs war, dann aber Hotelfach-Angestellte in dem Ludwigshafener Unternehmen wurde. Und diese Ausbildung hat ihr gefallen, weil sie „so vielseitig“ war. So ist für die junge Frau die Türe zur Weinwelt aufgegangen. Ihr war schnell klar, dass der Wein ihre Leidenschaft ist. Sie findet ihn „faszinierend“, weil er wichtige Anlässe begleitet, Kulturgut ist, in der Bibel an 500 Stellen erwähnt wird, ein Genussmittel ist, das mit seinen Aromen begeistert und als Berufsfeld grenzenlos ist, weil alles mit reinspielt: Biologie, Chemie, Physik, Maschinen, Handwerk und Sensorik.
Riesling-Sekt zum Lewwerworschdbrot
Als Vorgängerin von Saskia Teucke (Weisenheim am Sand) im Amt der Pfälzischen Weinkönigin hat Anna Löffler es sehr genossen, die Pfalz noch einmal von einer ganz neuen Seite kennenzulernen. Die Riesling-Liebhaberin ist begeistert von den jungen Winzern, die in die weite Welt ziehen, um mit neuen Ideen heimzukehren, um die Weingüter der Familien voranzubringen. Die Geselligkeit, das Miteinander in der Pfalz mag die Expertin für „Wine and Foodpairing“. Das heißt auf Deutsch, dass sie ein gutes Gespür dafür hat, welcher Tropfen zu welchem Essen passt. Und die 25-Jährige hat auch ein Beispiel parat: zu Lewwerworschdbrot empfiehlt sie einen Riesling-Sekt, Ziegenkäse lässt ich gut mit Sauvignon blanc kombinieren und ein Lachsfilet verträgt sich aus Ihrer Sicht gut mit einem Riesling – Stichwort Fett mit Säure. Ihre Amtszeit als Deutsche Weinprinzessin endete vorzeitig, weil sie aus privaten Gründen vom Amt zurückgetreten ist und nicht mehr bei der Wahl der Nachfolgerinnen am 24. September im Neustadter Saalbau dabei sein wird. Dafür beginnt im Oktober eine neue Zeit für Anna Löffler, die beruflich als Anna Lefleur firmieren wird. Und das hat den simplen Grund, dass sie in Paris beim Besuch eines Cafés nach ihrem Namen gefragt wurde, und der Barista auf ihren Becher den Namen Lefleur schrieb.
Info
Die nächsten deutschen Weinhoheiten werden am 24. September im Neustadter Saalbau gewählt. Der SWR überträgt das Finale ab 20.15 Uhr. Beim Vorentscheid am kommenden Samstag treten Kandidatinnen aus elf deutschen Weinbaugebieten an. Eine davon ist die Pfälzische Weinkönigin Saskia Teucke aus Weisenheim am Sand. Es wird sechs Finalistinnen geben.