Saarbrücken / Landau
Der supermoderne Zweikampf à la Pfalz-Saar
„Was ist der Unterschied zwischen einem weißen Hemd und einem Saarländer? – Mit einem weißen Hemd kann man überall hingehen!“
Die meisten Saarländer-Witze hat Anke Rehlinger von Kurt Beck gelernt. Und diesen aus der Witzekiste des früheren rheinland-pfälzischen Landesvaters erzählt die Ministerpräsidentin des Saarlandes immer wieder gern; natürlich in der saarländischen Variante, in der das weiße Hemd mit einem Pfälzer verglichen wird.
Der Ton war also gesetzt beim ersten sportlich-politischen Duell zwischen dem Saarland und der Pfalz, schon als die Athleten eintrafen. Nicht bierernst. Eher weinleicht. Dafür sorgte auf Pfälzer Seite Alexander Schweitzer, der – als erster am Stadion – eine Flasche Pfälzer Riesling aus der Kiste holte, öffnete, in zwei Dubbegläser goss, einige Tropfen Sprudel dazugab, um dann mit Rehlinger auf einen fairen Wettkampf anzustoßen.
Mit dem Bundesadler auf dem Trikot
Saarland gegen die Pfalz, das hieß bei diesem Wettkampf: Ministerpräsidentin Anke Rehlinger mit dem Bundesadler auf dem Trikot, aber für das Saarland kämpfend, misst sich mit dem Arbeitsminister von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, nicht im Zehnkampf, nicht im Modernen Fünfkampf, sondern im supermodernen Zweikampf, nämlich in den Disziplinen Basketball und Diskuswerfen.
Um es vorwegzunehmen: Er endete unentschieden, dieser Zweikampf. Die Leichtathletin Rehlinger schleuderte die Diskusscheibe 28,80 Meter weit und bescherte Schweitzer damit eine klare Niederlage. Sein Wurfgerät landete schon nach 16,30 Metern im Rasen. „Bad Bergzaberner Rekord“, sagte Schweitzer. Die offizielle Bestätigung des Südpfälzischen Leichtathletikverbands steht noch aus.
Interview-Reigen länger als der Wettkampf
Im Basketball war es Schweitzer, der triumphierte. Wiewohl Triumph vielleicht etwas hochgegriffen ist. Von all den vielen Versuchen beider Athleten, den Ball in den Korb zu bugsieren, gelang nur ein einziger. Schweitzer schaffte es ganz kurz vor Abpfiff. Aber ein Dreier ist ein Dreier – und damit endete das Basketballspiel 3:0 für die Pfalz.
Unentschieden also. Wie das im modernen Hochleistungssport so ist: Der Interview-Reigen nach dem Wettkampf – dieser fand tatsächlich bundesweit Beachtung – dauerte dann länger als der Zweikampf selbst.
Gemeinsame Kabinettssitzung und Freundschaftsspiele
Und was folgt aus dem Unentschieden? Anlass des Wettbewerbs war ja eine Umzugsprämie. Diese hatte die Saar-Ministerpräsidentin allen Pfälzern in Aussicht gestellt, die ins Saarland umziehen. Natürlich nicht nur Pfälzern, aber die hatten sich gleich angesprochen gefühlt, so dass der Pfälzer Minister Schweitzer mit den Vorzügen von Rheinland-Pfalz gekontert hatte, woraufhin Rehlinger ihn zum Duell aufgefordert hatte.
Um es kurz zu machen: Es bleibt bei der Umzugsprämie. Rheinland-Pfalz und das Saarland wollen aber künftig enger zusammenarbeiten, sich gemeinsam bemühen, Arbeitsplätze im Südwesten anzusiedeln und zu halten, ob diesseits oder jenseits der Landesgrenze. Es soll künftig auch wieder gemeinsame Sitzungen der Landesregierungen des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz geben. Und wenn es nach Schweitzer geht, dann wird auch der sportliche Wettbewerb fortgesetzt: bei regelmäßigen Freundschaftsspielen.
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