Pfalz Coronavirus: Google veröffentlicht Bewegungsdaten für Rheinland-Pfalz
Halten sich die Rheinland-Pfälzer an die Ausgangsbeschränkungen der Bundes- und Landesregierung? Dieser Frage kann jetzt jeder mithilfe von Google-Daten nachgegangen werden. Anhand der sogenannten „Community Mobility Reports“ lässt sich nachvollziehen, wie sich die Zahl der Menschen an öffentlichen Orten in 131 Ländern entwickelt hat. Für Deutschland können Statistiken für jedes Bundesland eingesehen werden.
So gibt auch der Bericht für Rheinland-Pfalz die prozentuale Veränderung (nicht aber die Gesamtzahl der Besuche) im Zeitverlauf für verschiedene Kategorien an. Unterschieden wird zwischen Orten wie Einzelhandel und Freizeit („retail and recreation“), Lebensmittel und Apotheken („grocery and pharmacy“), Parks, Durchfahrtsstationen („transit stations“), Arbeitsplatz („workplace“) und Wohnung („residential“). Verglichen wird mit der „baseline“, einem Mittelwert für die Bewegungen zwischen dem 3. Januar und 6. Februar 2020. Die Daten sollen laut Google noch solange verfügbar sein, wie sie Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens nützen würden, um die Verbreitung von Covid-19 zu stoppen.
Viele Rheinland-Pfälzer noch in Parks unterwegs
Für Rheinland-Pfalz zeigt sich ein Rückgang von 74 Prozent für Besuche im Einzelhandel gegenüber dem üblichen Niveau vor der Corona-Krise. In Supermärkten, Drogerien und Apotheken erhöhte sich der Andrang zwischenzeitlich, ging aber bis Ende März dann wieder zurück. Bei offenbar schönem Wetter sind noch sehr viele Rheinland-Pfälzer in Parks oder öffentlichen Gärten unterwegs gewesen, hier zeigt die Statistik deutliche Ausschläge. Dennoch scheinen die Appelle der Regierung gegriffen zu haben, am Monatsende lässt sich wieder ein Rückgang feststellen. Statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, das zeigt die Statistik, bleiben die Rheinland-Pfälzer offenbar häufiger zu Hause.
Identifizierung einzelner Personen ist ausgeschlossen
Zahlreiche Länder greifen bereits auf die Auswertung von Handydaten bei der Eindämmung des Virus zurück. In Deutschland wird gerade über den Einsatz einer sogenannten Tracking-App diskutiert. Datenschützen sehen darin eine Bedrohung für die Privatsphäre der Bürger und warnen. Google selbst erklärt, dass die Berichte ausdrücklich strenge Datenschutzprotokolle einhielten und die Privatsphäre der Nutzer geschützt sei: „Zu keinem Zeitpunkt werden personenbezogene Daten wie Standort, Kontakte oder Bewegungen einer Person zur Verfügung gestellt.“ Die Datensätze seien aggregiert und anonymisiert und nur aus solchen Nutzerprofilen erhoben worden, die in ihren Einstellungen „Standortverlauf“ aktiviert haben. Das kann jederzeit im eigenen Google-Konto deaktiviert werden. Eine Identifizierung einer einzelnen Person könne ausgeschlossen werden.