Verdächtiger verhaftet
Bluttat im Saarland: Gerichtsvollzieher bei Zwangsräumung einer Wohnung erstochen
Laut Staatsanwaltschaft stach der 42 Jahre alte Bewohner eines Hauses in Bexbach mit einem Messer auf den Gerichtsvollzieher ein, als dieser am Dienstag gegen 8.30 Uhr die Zwangsräumung der Wohnung vollziehen wollte.
Bei dem Opfer handelt es sich um einen 58 Jahre alten Gerichtsvollzieher aus Bexbach. Das sagte der Bürgermeister der Stadt. Die Tat ereignete sich in der Frankenholzer Straße im Stadtteil Oberbexbach. Das Haus ist recht bekannt, weil darin einst die beliebte Kneipe Q untergebracht war.
Die Frankenholzer Straße war einst die belebte Hauptstraße von Oberbexbach, hier wohnten Arbeiter und Angestellte aus der Mittelschicht. In den vergangenen 20 Jahren allerdings ist die Gegend verlottert. Nachbarn berichteten der RHEINPFALZ, dass in dem Mehrfamilienhaus, in dem sich die Tat ereignete, die Mieter ständig wechselten. Eine Anwohnerin sagte, sie habe regelrecht Angst vor manchen Leuten in der Nachbarschaft. Regelmäßig sei Polizei vor Ort. Ein anderer Nachbar sagte, in der Straße wohnten Leute, die „ständig narkotisiert“ herumliefen, es gebe ein erhebliches Drogenproblem. Ihm zufolge konsumierte auch der mutmaßliche Täter regelmäßig Drogen, es sei augenscheinig der Fall gewesen.
Bexbach ist eine Stadt im Saarpfalz-Kreis und liegt genau zwischen Homburg und Neunkirchen, ist bekannt für sein riesiges, bis auf die Sickinger Höhe sichtbares Kohlekraftwerk und für den Bergbau, der vor allem im Stadtteil Frankenholz betrieben wurde. Die Tat ereignete sich in der Nähe des Volkshauses, einem Gemeinschaftsgebäude mit großem Saal und Bühne für Sport, Kultur, Vereinsleben und Geselligkeit.
Unbestätigten Angaben zufolge soll der Tod durch einen Stich in den Hals herbeigeführt worden sein. Der tödliche Angriff in Bexbach sorgt laut Bürgermeister Christian Prech (CDU) für Entsetzen in der Stadt. Die Tat habe ihn „persönlich tief erschüttert“, wie auch die Menschen in ganz Bexbach, sagte Prech. Dem Vernehmen nach stammte das Opfer aus dem hoch gelegenen Bexbacher Stadtteil Höchen. Die Anteilnahme im Saarland und darüber hinaus ist riesig. Einige Städte hissen die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast, darunter St. Ingbert.
