Pfalz Über 100 Festnahmen bei Großrazzia im Rotlichtmilieu
(Aktualisiert: 11.55 Uhr) Die Bundespolizei hat im Zusammenhang mit ihrer groß angelegten Aktion gegen eine Bande im Rotlichtmilieu mehr als 100 Personen vorläufig festgenommen. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochvormittag in Siegen sagte. Ein 34-jähriger Thailänder ist in Saarbrücken verhaftet worden. Viele dieser Personen seien in den durchsuchten Bordellen und Massagesalons angetroffen worden. In zahlreichen Fällen bestehe zumindest der Verdacht des illegalen Aufenthaltes. Im Fokus der Razzia standen gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von Thailänderinnen, wie die Bundespolizei in Stuttgart sagte. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Bundesweit sind weit mehr als 1500 Beamte im Einsatz. Mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume werden von Beamten durchsucht. Auch in der Region gab es Durchsuchungen.
Durchsuchungen in Speyer und Bad Kreuznach
Wie Anja Kempf von der Bundespolizei in Kaiserslautern mitteilte, durchsuchten Einsatzkräfte seit 6 Uhr in Speyer und Bad Kreuznach Bordelle und Wohnungen. Dabei seien fünf Menschen angetroffen und Beweise gesichert worden. Deren Identität werde jetzt geprüft. In Speyer nahm die Bundespolizei drei Objekte ins Visier. Festnahmen habe es keine gegeben. Auch in Mannheim und Karlsruhe war die Bundespolizei im Einsatz.
Hauptbeschuldigte aus Siegen
Nach Angaben der Bundespolizei in Siegen in Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Haftbefehle vollstreckt und eine Reihe von Menschen festgenommen. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde. Die Aktion gelte vor allem einer Bande im Rotlichtmilieu, deren Kern aus 15 bis 20 Personen deutscher und thailändischer Nationalität bestehen soll. Ihnen werde unter anderem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen, sagte der Sprecher in Siegen. Die mutmaßlichen Täter sollen mehrere Hundert Frauen und Transsexuelle aus Thailand nach Deutschland eingeschleust haben, um sie zur Prostitution zu zwingen. Die mutmaßlichen Täter hätten nach bisherigen Ermittlungen einen siebenstelligen Betrag eingenommen. Durchsuchungen laufen demnach in Bordellen und Massagestudios.