Kommentar
Kuchensteuer: Viel Wind um nichts
Die Dokumente, die das Kultusministerium den Schulen in Baden-Württemberg zugeschickt hat, sehen beängstigend aus. Darin wird auf vielen Seiten erklärt, was ab 2025 in Schulen besteuert werden muss. Unter anderem betrifft das Kuchen, den Schüler in Pausen verkaufen, um die Klassenkasse zu verbessern. Das Geschrei ist groß, und die EU mit ihrer Neuregelung ist schuld. Das hört man zumindest oft. Dabei wird nichts so heiß verkauft wie gebacken wird. Die Regelung gibt es schon seit 2006, und Deutschland weiß schon lange um die Änderungen, die vorrangig fairen Wettbewerb gewährleisten sollen. Auf Kuchen kommen nur dann Steuern, wenn die Schule in Form von Elternbeirat oder Schülermitverantwortung den Verkauf macht. Einzelne Klassen sind nicht betroffen. Außer sie nehmen über 22.000 Euro im Jahr damit ein. Doch selbst beim findigsten Wirtschaftskurs ist das unwahrscheinlich. Und dann ist das Schlimmste, was passieren kann, dass für Schüler dieselben Regeln wie für alle anderen gelten. Ein echter Grund für Aufregung kann das nicht sein.
