Zweibrücken Zwischen Westpfalz und Toskana

Unser Alltag gestaltet sich oft ziemlich anstrengend. Daher ist Erholung notwendig. Aber wie funktioniert das am besten? Beispielsweise mit Malerei. Alleine die handwerkliche Betätigung mit Pinsel und Farben zwingt zur Ruhe. Und mit der Wahl des Motivs kann man auch innere Konflikte verarbeiten. Wie das Ergebnis aussehen kann, zeigt derzeit eine Ausstellung in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Zweibrücken.
60 Malereien und Grafiken in unterschiedlichen Techniken von Herbert Betz, Christine Huwer, Elena Lehmann, Regine Müller und Petra Schlachter hängen an den Wänden der Verbandsgemeinde-Verwaltung. So unterschiedlich wie die handwerkliche Ausführung sind auch Stil und Thematik der Arbeiten. Christine Huwer hat sich dem Thema Toskana gewidmet. In der Zweibrücker Ausstellung sind sowohl Ölgemälde als auch Drucke auf Leinwand ausgestellt. Diese haben Malereien von Christine Huwer als Vorlage. In satten Farben vermittelt die Künstlerin ihre Eindrücke der italienischen Landschaft, wobei sie durch reduzierte Details und die Arbeit mit Licht eine besondere Atmosphäre schafft. Auch Elena Lehman hat sich der gegenständlichen Malerei gewidmet. Sie sucht die Motive ihrer Landschaftsbilder nicht nur in der Ferne, sondern widmet sich auch der näheren Heimat. Im an die Romantik angelehnten Stil findet man beispielsweise eine Ansicht der Stadt Hornbach, die mit vielen Details jeden Heimatfreund erfreuen dürfte. Lehmans Umgang mit dem Medium Farbe ist handwerklich solide und schafft es, den Betrachter in ihre Sichtweise einzubeziehen. Von der Motivik deutlich reduzierter erweisen sich die Aquarelle von Petra Schlachter. Sie führt den Betrachter auch nach Afrika, wo sie ein Dorf und seine Bewohner porträtiert. Doch sie sucht ihre Anregungen nicht nur in der Ferne. Mit einer Ansicht der Zweibrücker Fasaneriemauer erkennt man, dass die Künstlerin mit wachem Auge auch ihre heimatliche Umgebung beobachtet. Herbert Betz wendet sich in seinen Malereien abstrakten Motiven zu. Sein Anliegen ist es, geometrische Formen miteinander zu verknüpfen und so interessante Muster entstehen zu lassen. Dabei legt er den Schwerpunkt auf kräftige, leuchtende Farben, die in Acryl-Strukturtechnik auf die Leinwand gebracht werden. So besteht die Arbeit „Unendliche Linie“ aus rundlichen, ineinander verschlungenen Formen, die in den Farben rot, orange und gelb abwechseln. Der Kontrast zum grünen Hintergrund wirkt besonders auffällig. Abstrakt, aber doch ganz anders, arbeitet die letzte Künstlerin der Ausstellung: Regine Müller In komplexen Farbübergängen definiert sie den Malgrund. Dabei erreicht sie erstaunliche Tiefenwirkung. Der Titel einer Arbeit – „Chaos und Struktur“– könnte auch den künstlerischen Stil der Malerin beschreiben. Denn stets geht es um die Ordnung in einer auf den ersten Blick willkürlich anmutenden Welt. Bei näherer Betrachtung erkennt man jedoch die verborgenen Muster und verbundenen Linien, die auf erstaunliche Art und Weise Geschichten erzählen können. Allerdings berichten diese nicht von realen Ereignissen, sondern von emotionalen Prozessen, die beim Betrachten der Wirklichkeit entstehen. Die Malerei „Mondlandschaft“ etwa ist weit von der wahren Optik des Erdtrabanten entfernt. Statt einer wüstenhaften Einöde sieht man wild angeordnete Farben und Formen. Ganz so, wie der Mond auch die Gefühlswelt beeinflussen kann.