Handball
Zweibrücker SV 64-Damen unterliegen bei den Südpfalz-Tigerinnen
Der SV 64 kam am Samstag jeweils besser aus der Kabine, stellte im ersten Durchgang die gastgebende SG vor einige Probleme, weil in der offensiven Abwehr gut gearbeitet wurde, die Tiger keine Lücke fanden und sich zunächst auch an Daphne Müller im Tor der 64er die Zähne ausbissen. Vom befürchteten SG-Tempohandball war nicht viel zu sehen vor der Pause. Jeder Treffer war hart erarbeitet, Lücken in der SV-Defensive waren kaum zu finden, die Tiger blieben an der Kette. Allerdings leistete sich auch der SV 64 im Vorwärtsgang häufig Fehler und zahlreiche Ballverluste, das Spiel blieb daher ausgeglichen.
Im zweiten Durchgang setzte der SV 64 gleich Nadelstiche, eine Drei-Tore-Serie brachte die 15:13-Führung (33.). Zeit für die Tiger, die Krallen auszufahren. Mit der nun im Tor stehenden Linda Knarr, vor der SV-Trainer Rüdiger Lydorf noch ausdrücklich gewarnt hatte, war die Spielerin des Spiels am Ende schnell gefunden. Sie fischte nun einen Ball nach dem anderen weg und brachte die Gäste zum Verzweifeln. „Wir wussten, dass Linda Knarr eine sehr starke Torfrau ist. Mit ihren Paraden hat sie uns aus dem Konzept gebracht. Das Problem war für meine junge Mannschaft, dass der Druck gestiegen ist, als sie in Rückstand geriet. Druck und Hektik wurden dann mit jedem Fehlwurf größer“, sagte Lydorf.
SG-Torfrau Linda Knarr vernagelt ihren Kasten
Dazu ließ sein Team die Tiger nun auch vor dem eigenen Tor von der Leine. „In der Abwehr waren wir nicht mehr konsequent. Es standen plötzlich sechs Einzelspielerinnen und keine Mannschaft bei uns auf dem Feld, dadurch bekam der Gegner Räume“, erklärte Lucy Dzialoszynski das Dilemma. In drei Minuten war das Spiel gedreht, bis zur 47. Minute quasi verloren. Da führten die Gastgeberinnen mit 23:17. „Die SG war nicht besser, aber cleverer und geduldiger in diesen 15 Minuten“, befand Lydorf, der seine Mannschaft nun kopflos anrennen sah.
Auf der Gegenseite sah es SG-Trainer Christian Hörner ähnlich: „Das kostet natürlich Substanz beim Gegner, wenn er so eine Wand vor sich hat. Das war dann entscheidend.“ Knarr hielt insgesamt zwölf SV-Würfe, die meisten davon zwischen der 33. und 54. Minute zum Zwischenstand von 27:18. „Wir haben da auch zu unpräzise geworfen“, stellte Dzialoszynski weiter fest, die selbst mit sieben Versuchen gescheitert war.
Das sei auch ein Verdienst der guten Abwehrleistung ihrer Vorderfrauen gewesen, meinte Knarr: „Die haben das toll gemacht, umgesetzt, was wir besprochen hatten, und es mir leicht gemacht“, lobte sie: „Klar, es ist für den Gegner deprimierend.“ Der war am Ende eine leichte Beute für die Südpfalz-Tiger, die nun mit zwei Siegen ganz oben stehen, während sich der SV 64 mit nur einem Punkt in der Tabelle erst mal unten einsortiert.
So spielten sie
SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Z.: Schrader, (Knarr ab 17.) - Klein (1), Sefrin (7/2), Jenne (7) - Silaghi (3), Bleh (3) - Freund – Reichling (4), Schmuck (2), Frohn (1), Bauchhenß
SV 64 Zweibücken: Huber (Zahm ab 45.) - Baus (4), Dzialoszynski (3), Frank (4/1) - Schlicker (2), Zimmermann (3) - Lauer (1) – Kiefer (2/1), Müller (2), Döttling, Pfeifer (2), Hilz
Spielfilm: 0:2 (6.), 5:5 (15.), 8:7 (18.), 11:12 (28.), 13:12 (Halbzeit), 13:15 (33.), 16:15 (36.), 23:17 (47.), 28:23 (Ende) - Zeitstrafen: 1:1 - Siebenmeter: 3/2 - 2/2 - Beste Spielerinnen: Knarr, Jenne - Baus - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: von Wolff/Müller (Saulheim/Osthofen).