Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Raje wirft bei Kurzbahn-DM mehrfach ungläubig Blicke zur Uhr

Michael Raje fischte Gold, Silber und Bronze aus dem Becken der Wuppertaler Schwimmoper. Über 100 Meter Brust wurde der Zweibrüc
Michael Raje fischte Gold, Silber und Bronze aus dem Becken der Wuppertaler Schwimmoper. Über 100 Meter Brust wurde der Zweibrücker in Diensten der SSG saar Max Ritter dabei Deutsche Nachwuchsmeister.

Thomas Schappe, Vereinstrainer der Wassersportfreunde Zweibrücken, war sehr zufrieden mit dem Abschneiden seiner drei Schützlinge bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal. Dem dreifachen Medaillen-Gewinner Michael Raje kündigte Bundestrainer Hannes Vitense noch einen Termin an.

Michael Raje (Jahrgang 2006) stand bei der Kurzbahn-DM am Donnerstag über 100 Meter Brust im A-Finale und wurde am Ende zum Deutschen Nachwuchsmeister gekürt. Dazu gewann der Schüler der elften Klasse des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums am Samstag noch Bronze in der Jugendwertung über 50 Meter Brust und Silber über 100 Meter Lagen. „Da guckst du an die Zeittafel und denkst dir, das kann doch gar nicht sein“, beschrieb der 16-Jährige die Sekunden nach dem Anschlag bereits im Vorlauf über die 100 Meter Brust, seiner Paradedisziplin. 1:01,13 Minute stand da. Damit hatte er seine alte Bestmarke (1:02,30) deutlich unterboten. „Richtig stark“, urteilte sein Wsf-Heimtrainer Thomas Schappe. Auch im Finale blieb Raje mit 1:01,48 Minute wieder darunter.

Nur fünf Hundertstel hätten ihm zudem zu einem deutschen Altersklassenrekord gefehlt, stellte Raje fest. „Damit hatte ich auf jeden Fall nicht gerechnet. Mit so einer Steigerung nicht“, sagte er. Im Training habe sich zwar abgezeichnet, dass es ganz gut laufen kann in Wuppertal. „Aber normalerweise läuft es im Training gut und dann im Wettkampf eher schlecht“, verdeutlicht er. Diesmal hat er sich selbst widerlegt.

Lob von Bundestrainer Vitense für Raje

Denn auch über 100 Meter Lagen schwamm der Vielstarter in Wuppertal (Schappe: „Das muss er in dem Alter auch wegstecken können“) eine neue Bestzeit. Der Vorlauf war in 58,14 Sekunden solide, im Jugend-Finale haute er dann richtig einen raus. „56,75 Sekunden, das erste Mal unter 57 Sekunden. Die alte Zeit stand bei 57,79 Sekunden. Das war sehr sehr gut“, lobte sein Coach Schappe. Zudem sei er auch über 50 Meter Schmetterling als Fünfter in 24,85 Sekunden der schnellste Schwimmer des Jahrgangs 2006 gewesen.

Die neuen Landestrainer des Saarländischen Schwimmbundes, Jan Wolfgarten und Kendrick Leidner, klopften ihm nach den Meisterschaften auf die Schulter: „Sehr gut gemacht!“ Und auch Bundestrainer Hannes Vitense, früher selbst lange Jahre Saar-Landestrainer, war begeistert von Rajes Vorstellung. Hoffentlich gebe ihm das die nötige Motivation, so weiter zu trainieren im Hinblick auf die Jugend-Europameisterschaft im Juli 2023, hat Vitense laut Schappe gesagt. Der Bundestrainer habe zudem angedeutet, dass er Raje bald wieder zu einem DSV-Lehrgang einladen wolle. „Wahrscheinlich im Januar. Das hat mich auf jeden Fall sehr gefreut. Auf die Papiere dafür warten wir jetzt“, sagte Raje.

Zwei Titel für Fritzke, viele Erfahrungen für Baumann

Auch mit dem Abschneiden seiner weiteren beiden Zweibrücker Schützlinge war Schappe zufrieden. Lukas Fritzke, wie Raje Jahrgang 2006, holte am Donnerstag den Titel als Deutscher Nachwuchsmeister über 1500 Meter Freistil in 15:27,62 Minuten. „Längere Strecken sind eher sein Ding“, sagte Schappe über den Schwimmer, der das Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasium (eine Eliteschule des Sports) besucht und am Internat an der Hermann-Neuberger-Sportschule wohnt und trainiert.

Neben diesem Titel gewann Fritzke Nachwuchs-Gold über 400 Meter Freistil (3:54,25 min) und wurde Zweiter über 200 Meter Freistil (1:49,84). „Das war sehr gut. Sein ärgster Kontrahent war zwar nicht am Start, aber auch dann musst du erst mal zuschlagen“, sagte Schappe.

„Er war dort, um Erfahrungen zu sammeln. Es war das erste Mal, dass er bei offenen Meisterschaften gestartet ist, vorher war er nur bei Jahrgangsmeisterschaften dabei“, sagte Schappe über Leo Ilias Baumann, der es in Wuppertal in kein Jugend-Finale schaffte. „Er musste da aber auch gegen Leute aus den Jahrgängen 2000 oder sogar 1998 schwimmen.“ Baumann habe, wie über 100 Meter Lagen in 59,56 Sekunden, gute Zeiten gehabt. „Er ist einer von den Jüngeren und muss halt noch ein bisschen warten“, vertröstete der Coach den Schwimmer des Jahrgangs 2008.

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