Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Oberligisten fehlen plötzlich Spieler

Egal ob Spieler, Trainer oder Fans: Wer nicht geimpft oder genesen ist, kommt jetzt nicht mehr in die Handball-Hallen. Für die K
Egal ob Spieler, Trainer oder Fans: Wer nicht geimpft oder genesen ist, kommt jetzt nicht mehr in die Handball-Hallen. Für die Kinder und Jugendlichen gilt die 2G-Regel nicht. Noch nicht, muss man wohl sagen.

Geimpft, genesen – kurz 2G. Das gilt jetzt auch im Handball für Spieler. Für die Jugend hat die neue Regelung keine Auswirkungen. Wer bei den Aktiven nicht geimpft oder genesen ist, für den ist Handball als Mannschaftssport im Moment aber wieder vorbei.

Die 2G-Regel ist quasi ein Lockdown für ungeimpfte Hallensportler: Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf weder mit der Mannschaft trainieren noch spielen. Das trifft auch die Zweibrücker Handball-Oberligisten, die Herren der VT Zweibrücken-Saarpfalz und die Frauen des SV 64 Zweibrücken.

Nicht betroffen sind die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken. Drittligisten gelten im sportlichen Sinn als Profis. Für Profis ist die Sporthalle Arbeitsplatz – und für den Zugang zum Arbeitsplatz gilt damit die 3G-Regel. Auch negativ getestete Spieler dürfen am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen. „Für uns wäre 2G aber kein Problem. Bei uns sind alle geimpft“, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher. Im baden-württembergischen Heilbronn, wo der SV 64 am Samstag gastiert, gilt allerdings die 2G-plus-Regel. Alle im SV-Tross, die nicht als Profis eingestuft sind, benötigen dafür zusätzlich zur Impfbescheinigung einen aktuellen negativen Test.

VTZ: Jeder fehlende Spieler tut weh

Bei den Oberliga-Herren der VTZ Saarpfalz sieht es anders aus: Drei Spieler, so bestätigt Trainer Philip Wiese, sind nicht oder nicht vollständig geimpft und dürfen nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen. Konkrete Trainingspläne für die Betroffenen „gibt es bei uns nicht. Die Jungs sind alt genug, die wissen, wie sie sich fit halten“, sagt Wiese. Die VTZ hat schon das erste 2G-Spiel bestritten: Im Saar-Pokal gewannen sie am Dienstag bei Saarlandligist HSG Nordsaar 33:21. Gespielt hat unter anderem Trainer Kai Schumann.

Wiese und Schumann sind mit der Situation alles andere als glücklich, „aber es lässt sich nicht ändern“, sagt Wiese. Die Mannschaft hatte nach dem ersten Saisonsieg gerade Selbstvertrauen getankt, „jetzt müssen wir uns wieder neu aufstellen“. Man schaue derzeit, wie sich die vakanten Positionen besetzen lassen, „aber das wird nicht einfach“, weiß Wiese. Wettbewerbsverzerrung? „Natürlich, die wird es geben“, prognostiziert er. Die VTZ habe einen kleinen Kader. „Da tut jeder Spieler weh, der nicht spielen kann“, bekennt er. In der Oberliga seien besondere Konstellationen denkbar. Wenn zum Beispiel im Saarland die Hospitalisierungsinzidenz sinke, die 2G-Regel dort aufgehoben werde, in Rheinland-Pfalz aber weiter gelte, „hätten wir aktuell Spieler, die im Saarland spielen dürften, hier aber nicht. Und es gäbe vermutlich saarländische Spieler, die im Saarland, aber nicht bei uns spielen dürften“, skizziert Wiese. Angesichts der Gesamtlage, „bin ich gespannt, ob wie vorgesehen durchgespielt werden kann“.

Drei SV-Damen trainieren separat

Wie Wiese geht es Rüdiger Lydorf, Trainer der Oberliga-Handballerinen des SV 64 Zweibrücken. Ihm fehlen durch die 2G-Regel drei Spielerinnen. „Bei kleinem Kader mit Langzeitverletzten“, sagt er. Die betroffenen Spielerinnen bekommen nun Trainingspläne, um sich fit zu halten. „Ist natürlich nicht gerade das angenehmste Laufwetter“, weiß Lydorf. Auch er ist gespannt, ob die Saison unterbrochen wird, und ob nach der 2G-Regelung genügend Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Beim SV 64 werden Spielerinnen aus der zweiten und dritten Mannschaft aushelfen.

Jugend darf normal trainieren

Für die Jugendhandballer geht die Saison weiter. Der Handball-Verband Saar, dem die Zweibrücker Vereine angehören, hat die oft schwer verständliche Corona-Verordnung für die Vereine übersetzt. Im Jugendbereich gilt die 2G-Regel nicht. Kinder bis sechs Jahre benötigen keine Nachweise. Kinder und Jugendliche über sechs Jahre, die das regelmäßige Testangebot in der Schule nutzen, dürfen trainieren und spielen. Einige ältere Schüler sind bereits geimpft. Unter sozialen Gesichtspunkten sind SV 64-Jugendkoordinator Bullacher und VTZ-Jugendtrainer Wiese froh, dass es für den Nachwuchs weiter ein Angebot gibt. Unter Epidemie-Aspekten könne man das wohl anders bewerten. Wiese ist gespannt, ob die Frage im Jugendbereich neu bewertet wird, wenn der Impfstoff für Kinder ab fünf Jahre freigegeben wird.

SV-Drittliga-Team fährt mit Torwart Sema nach Heilbronn

Dass die TSB Heilbronn-Horkheim und den SV 64 Zweibrücken zum Rückrundenstart gerade mal zwei Pluspunkte trennen, „das hätte nach dem Hinspiel zum Saisonauftakt auch keiner erwartet“, sagt Stefan Bullacher, Trainer des Zweibrücker Handball-Drittligisten, vor der Partie in Heilbronn am Samstag (Anwurf: 20 Uhr). Heilbronn-Horkheim „hat gegen uns den bisher schönsten Handball aller Teams in dieser Staffel gespielt“, ist Bullacher von deren Spielweise begeistert, die der frühere Bundesliga-Spieler Michael Schweikardt als TSB-Coach eingeführt hat.

Mit 10:2 Punkten waren die Heilbronner gestartet, mit 10:12 Punkten rangieren sie aktuell auf Rang sechs – zwei Pluspunkte weniger hat der SV 64 als Tabellenneunter. „Der Saisonauftakt gegen Heilbronn war kein gutes Spiel von uns. Mit dem 32:37 waren wir sogar noch gut bedient“, resümiert der SV-Trainer. Die Abwehr war nicht sattelfest gewesen, auch das torhungrige Duo der Zweibrücker mit Kevin Knieps (66 Tore) und Philipp Kockler (54 Treffer) hatte bei der Saison-Premiere noch nicht gezündet.

Niklas Bayer hat seinen grippalen Infekt auskuriert und kann wieder spielen. Der SV 64 Zweibrücken hat zudem eine Personalentscheidung getroffen: Alexander Sema, bisher Torwart des ungeschlagenen Saarlandliga-Spitzenreiters SV 64 II, der schon einige Male in der Ersten aushalf, wird bis zum Saisonende im Drittliga-Team spielen und Gespannpartner von Alexander Dörr.

x