Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Handballer Benni Zellmer bald mit Krafteinheiten auf der Baustelle

Erzwungene Flugpause: SV 64-Kreisläufer Benjamin Zellmer (hier mit Ball im Stadtderby gegen die VTZ Saarpfalz) ist bald Bauherr.
Erzwungene Flugpause: SV 64-Kreisläufer Benjamin Zellmer (hier mit Ball im Stadtderby gegen die VTZ Saarpfalz) ist bald Bauherr.

Handball: Benjamin Zellmer kann als Spieler des Oberligisten SV 64 Zweibrücken wohl schon zum dritten Mal die Meisterschaft und den Aufstieg in die Dritte Liga feiern. Wobei feiern in Zeiten der Corona-Pandemie ein relativer Begriff ist. Und das Virus stellt auch private Planungen infrage.

Denn das Coronavirus hat nicht nur das Leben des Handballers Zellmer durcheinandergewirbelt. Auch die Planungen, im Laufe des Sommers in den Hafen der Ehe einzulaufen, sind mit Fragezeichen versehen. „Natürlich überlegen wir gerade, ob oder besser gesagt, in welchem Rahmen es Sinn hat, zu heiraten“, sagt Benni Zellmer. Der Hochzeitsanzug ist gekauft, die Braut in spe, Freundin Estelle, hat schon ihr Hochzeitskleid. Diese Woche ist Termin mit dem Caterer.

Hochzeit für Juli geplant

Im Juli soll zunächst standesamtlich, eine Woche später kirchlich geheiratet werden. „Unsere Freunde haben uns schon versprochen, dass sie, egal was kommt, alles dafür tun, dass es für Estelle und mich der schönste Tag in unserem Leben wird“, freut sich der 28-Jährige. Angesichts dieser Tatsache zeige sich, dass die Entwicklung im Handball aktuell zwar schade sei. „Aber es gibt viele Dinge im Leben, die wichtiger sind und von der Krise berührt sind“, sagt Zellmer.

Vor gut einer Woche war der Polizeikommissar, der im Streifendienst bei der Polizei in Homburg tätig ist, noch optimistisch, „dass wir zumindest das Spiel gegen Völklingen bestreiten. Dann hat es sich rasant verändert“, resümiert er. Stand heute ist davon auszugehen, dass der 33:25-Sieg des SV 64 in Offenbach das letzte Oberliga-Spiel war.

Es weckte Erinnerungen an die erste Saison, die Zellmer mit den Zweibrückern spielte. Damals hatte der SV 64 auf dem Weg zum ersten Oberliga-Titel auch sensationell mit 22:21 in der Hölle Süd gewonnen. „Marc-Robin Eisel hat mir jetzt in Offenbach erzählt, dass er da noch als Fan auf der Tribüne saß“, erzählt der SV-Abwehrspezialist. Elf Jahre jung war da Eisel, der in Offenbach zuletzt elfmal getroffen hatte. „Dass ich mit 28 Jahren mittlerweile einer der Ältesten im Team bin, daran muss ich mich noch gewöhnen“, sagt Zellmer lachend, der eine starke Runde gespielt und richtig Lust auf künftigen Drittliga-Handball hat.

Zellmer lehnt Geisterspiele ab

Die Stimmung in der Mannschaft, aber auch rund ums Team, die vielen Fans in der Westpfalzhalle, die weiße Wand, die bei Auswärtsspielen für Heimspielatmosphäre sorgt, „das war bisher super“, findet Zellmer. Auch wenn es aktuell nicht das Wichtigste ist, „fühlt sich so eine mögliche Meisterschaft ohne das entscheidende Spiel, nach dem sie dann perfekt ist, unvollendet an“, bekennt er. Wobei die Meisterschaftsfeier nachgeholt werden soll, wenn es die allgemeine Lage wieder zulässt. Auch für Zellmer steht fest: „Bevor wir die Runde mit Geisterspielen beenden, beenden wir sie lieber jetzt. Handball lebt von Emotionen, und ohne Zuschauer fehlt etwas ganz Entscheidendes.“

Zudem heißt es jetzt erst mal vier Wochen Trainingspause. Sobald es wieder möglich ist, möchte sich die Mannschaft zumindest draußen auf einem Platz zum gemeinsamen Kicken treffen. Sogar an gemeinsame, nicht unbedingt beliebte Laufeinheiten (sobald möglich) wurde schon gedacht. „Aber im Moment lässt sich ja nicht wirklich was sagen. Was heute gilt, gilt morgen schon nicht mehr“, weiß Zellmer.

Bald Bauherr in Rimschweiler

Er hofft, dass er seine Teamkollegen demnächst zu Trainingseinheiten der besonderen Art einladen kann. Gerade hat er den Bauantrag mit den letzten Änderungen abgeben. „Ich hoffe, dass jetzt alles klappt und dass wir mit dem Bauen beginnen können“, sagt er. In Rimschweiler bauen Zellmer und Freundin Estelle bald am gemeinsamen Haus. Für die SV-Jungs könnte das kombinierte Kraft- und Konditionseinheiten auf der Baustelle bedeuten. „Da gibt es sicher einiges zu tun“, glaubt Zellmer lachend.

Dass er mal in Zweibrücken sesshaft werden würde, „hätte ich mir nicht träumen lassen, als ich hierher gewechselt bin“, bekennt der Handballer, der im rheinhessischen Osthofen groß geworden ist. Er ist längst heimisch geworden in Zweibrücken. Wie sehr die Zellmers hier verwurzelt sind – Bruder Thomas und Schwägerin Nadine leben mit Familie in Kirkel – zeigt sich auch daran, dass das Haus in Rimschweiler eine Einliegerwohnung haben wird. In die ziehen Zellmers Eltern, die noch in Rheinhessen leben.

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