Zweibrücken
Zweibrücker Fußball-Derby: Mustergültiges Umschaltspiel
Fußballspiel der Woche: In der vierten Minute der Nachspielzeit haute der gerade eingewechselte Philipp Nendza einen Distanzschuss in die gegnerischen Maschen. Dieser Treffer für den TSC setzte den Schlusspunkt hinter 90 interessante Derby-Minuten, die Landesliga-Partie zwischen dem TSC Zweibrücken und der SG VB Zweibrücken/SV Ixheim gewannen die Gäste mit 3:4 (2:2).
Die Heimelf war während der ersten Halbzeit spielbestimmend, der Sieg für die SG ging über die gesamte Spielzeit betrachtet, aber in Ordnung. Dass Trainer Jan Weinmann beim Sportclub von der Linie aufs Feld gewechselt ist, merkt man dem Spiel der Mannschaft an. Auch gegen die SG VB/Ixheim war Weinmann einer der besten seines Teams, erst im zweiten Spielabschnitt bekamen ihn die gegnerischen Spieler besser in den Griff.
„Wenn du zuhause drei Tore schießt, müsste das eigentlich zumindest für einen Punkt reichen“, meinte er nach dem Abpfiff. Seine Truppe sei gut ins Spiel gekommen, habe dann mehr und mehr Schwierigkeiten mit den gut gemachten Standards des Lokalrivalen gehabt. Alles in allem hätte das Ergebnis auch andersrum lauten können, einen Derby-Auftritt vor eigenem Publikum stelle man sich natürlich anders vor.
Erstes Tor schon nach fünf Minuten
Die erste von Jan Weinmann genannte Standardsituation führte bereits nach fünf Minuten zur Gäste-Führung. Bei einem Eckball von Felix Brunner war der mit nach vorne gerückte Abwehrchef Patric Kuntz mit dem Kopf zur Stelle, Keeper Joshua Prine hatte das Nachsehen. Die Platzelf zeigte sich von diesem Rückstand aber nicht lange beeindruckt. Knapp elf Minuten waren vor den 580 Zuschauern absolviert, als Cuneyt Eren von der linken Seite in den Strafraum flankte, Tobias Schön stieg hoch und köpfte ins lange Eck zum Ausgleich.
In der Folge wurde die Begegnung offen geführt, beide Teams ließen den Vorwärtsgang eingeschaltet. Mit die schönste Angriffsszene des Spiels führte nach 32 Minuten zur Führung der Gastgeber. Weinmann steckte genial zu Eren durch, Eren zog in die lange Ecke ab und ließ SG-Torsteher Merlin Schäfer keine Chance. Doch fast im Gegenzug nutzte der eifrige Manuel Leonhard einen schläfrigen Moment der TSC-Defensive zum Ausgleich, beim Stand von 2:2 wurden die Seiten gewechselt.
Kämpferische Gäste
Ein strammer Schuss von SG-Offensivmann Sascha Frick eröffnete den zweiten Abschnitt, Joshua Prine konnte den Ball aber abwehren. Auf der Gegenseite war gleich danach Schäfer bei einem platzierten Flachschuss von Weinmann gefordert. Etwas über eine Stunde war am Wattweiler Berg absolviert, als Sebastian Meil nach einem Brunner-Freistoß zum 3:2 für die Grün-Schwarzen traf. Aufgrund der kämpferisch einwandfreien Leistung der Gäste war diese Führung auch verdient. In der 77. Minute baute sie erneut Leonhard nach einem mustergültigen schnellen Umschaltspiel auf zwei Tore aus.
Ernüchterte TSC-Spieler
Der gastgebenden Mannschaft blieb in der Nachspielzeit nur noch die von Philipp Nendza herbeigeführte Ergebniskosmetik. Die TSC-Akteure verließen ernüchtert den Rasen, die SG durfte jubeln. Trainer Johannes Müller führte den Sieg nicht zuletzt darauf zurück, dass man im zweiten Abschnitt die Mittelfeldmotoren Sebastian Schmitt und Jan Weinmann gut im Griff hatte. „In der ersten Hälfte war der TSC besser, wir haben den Sieg mehr gewollt“, meinte er.
So spielten sie
SC Zweibrücken: Prine – Marcel Julier, Jan Tüllner (81. Mirko Tüllner), Schön, Edlmann – Schmitt (85. Nendza), Weinmann, Pascal Julier (67. Alsac), Hirt, Eren - Krebs
SG VB Zweibrücken/SV Ixheim: Schäfer - Gerlinger, Kuntz, , Schwartz, Semar – Brünisholz, Brunner, Frick (89. Laabs), Genova, Leonhardt (80. Schwarz) – Meil 889. Baumann)
Tore: 0:1 Kuntz (5.), 1:1 Schön (10.), 2:1 Eren (32.), 2:2 Leonhard (33.), 2:3 Meil (61.), 2:4 Leonhard (77.), 3:4 Nendza (94.) – Gelbe Karten: Schäfer, Weinmann, Mirko Tüllner – Beste Spieler: Prine, Weinmann, Hirt – Schwartz, Gerlinger, Semar – Zuschauer: 580 – Schiedsrichter: Florian Stahl (SVN Zweibrücken).