Eishockey Zweibrücker Frust entlädt sich in deutlichem Heimsieg gegen Mannheim

Das war fällig am Sonntag: Nach der Auftaktniederlage in Hügelsheim waren die „Hornets“ am Sonntag gegen Mannheim extrem motivie
Das war fällig am Sonntag: Nach der Auftaktniederlage in Hügelsheim waren die »Hornets« am Sonntag gegen Mannheim extrem motiviert. So wie Dustin Bauscher, der hier einen seinen drei Treffer bejubelt.

Erst eine klare Niederlage, dann ein hoher Sieg: Das erste Spielwochenende war für Regionalligist EHC Zweibrücken eine Berg- und Talfahrt. Beim überaus klaren Erfolg der „Hornets“ am Sonntag hatte ein Spieler hatte besonders viel Spaß, weil ihm etwas gelang, was im Eishockey gar nicht so häufig vorkommt.

Dem im Ergebnis deutlichen 4:8 (1:2, 1:5, 2:1) am Samstag in Hügelsheim folgte für die Zweibrücker Kufen-Cracks tags darauf in der heimischen Eishalle ein 11:0 (4:0, 3:0, 4:0)-Kantersieg gegen EKU Mannheim. Aus „Hornets“-Sicht ist das Glas nach den ersten beiden Spielen also halb voll.

„Am Samstagabend hat Hügelsheim unsere Fehler eiskalt bestraft“ , sagte EHC-Coach Ralf Wolf am Sonntag noch mal rückblickend. „Im ersten Drittel war es ausgeglichen. Wir sind sogar in Führung gegangen und haben zur Drittelpause nur 1:2 zurückgelegen. Im zweiten Abschnitt waren wir nach dem 2:3 durch Morrissey am Drücker für das Ausgleichstor, kassierten dann aber durch einen Scheibenverlust das vierte Gegentor und kurz darauf gleich Nummer fünf.“ So lief das Spiel dann zugunsten des ESC Hügelsheim. „Die Abläufe haben einfach nicht gepasst, einige Tore fielen durch Stellungsfehler“, erkannte Wolf eine Fehlerquelle, die möglicherweise auch dem fehlenden Eistraining zuzuschreiben ist. Zwar steckten die Gäste nicht auf, gewannen das letzte Drittel sogar mit 2:1, an der Niederlage änderte sich aber nicht mehr.

„Hornets“-Torwart Lust mit seltenem Shutout

Die Antwort darauf fiel am Sonntag dafür umso deutlicher aus: Gleich elf Tore schenkte die einzige rheinland-pfälzische Regionalliga-Mannschaft den beiden Mannheimer Torhütern Tim Uhrig und Alexander Spang ein. Spang kam nach dem 0:8 für Uhrig ins Tor. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können, Mannheim war total überfordert.

Denn je länger das Spiel dauerte, umso besser harmonierten die drei Zweibrücker Sturmreihen. Und im Tor feierte Viktor Lust einen sogenannten Shutout (kein Gegentreffer). Das ist im Eishockey alles andere als alltäglich. Zum Beweis: In der vergangenen Saison gelang dem EHC kein Spiel ohne Gegentor, nun klappte es gleich im ersten Heimspiel. „Es hat heute richtig Spaß gemacht. Wir haben ein richtig starkes Spiel gemacht“, sagte Lust und lobte seine Vorderleute. Der erst 21-jährige Torhüter kam vor der Saison 2021/22 von der U20 des Mannheimer ERC in die Westpfalz, wo er zuvor acht Monate verletzt pausiert hatte. Seit dem Vorjahr bildet er mit Urgestein Steven Teucke das Zweibrücker Torhüterduo, nun fühlt er sich vollkommen fit. „Wir haben eine starke Mannschaft und noch viel vor“, scheut er sich dabei auch nicht, das Wort Meisterschaft in den Mund zu nehmen.

Ausgeglichene EHC-Sturmreihen gegen Mannheim

Was war aus Lusts Sicht der Unterschied zwischen den Spielen am Samstag und am Sonntag? „Der Gegner“, entgegnet er lapidar. Er hatte Recht: In der Play-off-Viertelfinalserie der Vorsaison waren die Mannheimer noch kurz davor, die „Hornets“ rauszuwerfen. Am Sonntag war die personell kaum veränderte Mannschaft der Gäste kaum wiederzuerkennen. Und das trotz Top-Trainingseinheiten und Eistraining seit August. „Das war auch für mich etwas überraschend, ich hätte Mannheim heute stärker eingeschätzt“, meinte Trainer Wolf. Vor der Saison hatte sich Mannheim mit dem früheren Oberliga-Torhüter Uhrig verstärkt, der diesmal allerdings unsicher wirkte.

Ralf Wolf sah aber auch eine von der Niederlage am Vorabend extra angestachelte eigene Truppe: „Wir wollten auf keinen Fall mit zwei Niederlagen starten.“ Zehn Minuten brauchte sein Team, um ins Spiel zu finden. Danach fielen die Tore wie reife Früchte: Je dreimal trugen sich Dustin Bauscher und Maximilian Dörr in die Torschützenliste ein, zweimal traf Leon Kremer, auf je ein Tor kamen Michael Morrissey, Matthew Genest-Schön und Julian Reiss. Alle drei Reihen trugen sich in die Torliste ein; das zeugt von ausgeglichenen Sturmreihen.

Am kommenden Sonntag treten die „Hornets“ bei den „Bisons“ aus Pforzheim aus. Dabei wird Tim Essig wegen der Spieldauerstrafe in Hügelsheim fehlen. Die Strafe erhielt er wenige Minuten vor Ende der Partie wegen eines Checks von hinten. Wie lange er gesperrt wird, ist noch offen.

So spielten sie

EHC Zweibrücken - EKU Mannheim 11:0

EHC Zweibrücken: Lust - Brüstle, Kremer; Hellmann, Genest-Schön; Göth, Weis; Ehrhardt - Betzold, Dörr, Braun; Reiss, Morrissey, Trenholm; Lingenfelser, Fellhauer, Bauscher; Engel

EKU Mannheim: Uhrig, Spang (ab 49) - Ewald, Fabian Späth; Maginot, Jandura; Kilthau, Glück - Saeftel, Zbaranski, Tobias Späth; Hochmüller, Ermolin, Kopp; Martinec, Krohne, Bachstein; Frey

Tore: 1:0 Bauscher (10.), 2:0 Bauscher (13.), 3:0 Dörr (18.), 4:0 Morrissey (20.), 5:0 Genest-Schön (29.), 6:0 Kremer (36.), 7:0 Reiss (38.), 8:0 Bauscher (49.), 9:0 Kremer (50.), 10:0 Dörr (55.), 11:0 Dörr (60.) - Strafzeiten: Zweibrücken 4 Minuten - Mannheim 8 Minuten - Beste Spieler: Bauscher, Dörr, Kremer, Lust - Zbaranski - Zuschauer: 463 - Schiedsrichter: Stromberg (Diez-Limburg)

ESC Hügelsheim - EHC Zweibrücken 8:4

EHC Zweibrücken: Teucke - Brüstle, Kremer, Hellmann, Essig; Göth, Weis - Betzold, Dörr, Braun; Reiss, Morrissey, Trenholm; Lingenfelser, Fellhauer, Bauscher; Calvin Engel

Tore: 0:1 Hellmann (10.), 1:1 Steinke (12.), 2:1 Steinke (16.), 3:1 Friedberger (24.), 3:2 Morrissey (28.), 4:2 Majewski (33.), 5:2 Nijenhuis (33.), 6:2 Ferreira (36.), 7:2 Ferreira (40.), 7:3 Bauscher (43.), 7:4 Betzold (57.), 8:4 Maxim Engel (59.) - Strafzeiten: Hügelsheim 10 Minuten – Zweibrücken 14 Minuten plus Matchstrafe Essig - Zuschauer: 512 - Schiedsrichter: Musacchio/Veser (Schwenningen/Freiburg).

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