Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker alte Herren wollen’s noch mal wissen

Auf ein Neues: Die 4x50 Meter-Lagenstaffel der SSG Max Ritter gewann bei der Kurzbahn-DM 2010 die Bronzemedaille mit (von links)
Auf ein Neues: Die 4x50 Meter-Lagenstaffel der SSG Max Ritter gewann bei der Kurzbahn-DM 2010 die Bronzemedaille mit (von links) Neil Pallmann, Lucien Haßdenteufel, Sebastian Lotze und Frank Schmidt. Foto: Schmidt

Schwimmen: Kennen Sie Film „Space Cowboys“ aus dem Jahr 2000? Da fliegen vier ältere Astronauten um Clint Eastwood nach Jahrzehnten wieder ins All, um etwas zu reparieren. Ganz so alt sind Frank Schmidt, Neil Pallmann, Sebastian Lotze und Lucien Haßdenteufel zwar nicht. Aber auch für sie gibt es ein Comeback.

Denn auch diese vier „alten Herren“ wollen es noch mal wissen. Neun Jahre nach der überraschenden Bronzemedaille im Team der SSG Saar Max Ritter über die 4x50 Meter-Lagenstaffel bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal wollen die drei Schwimmer der Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken, Neil Pallmann, Frank Schmidt und Sebastian Lotze, zusammen mit Lucien Haßdenteufel vom ATSV Saarbrücken, am Wochenende erneut nach Edelmetall greifen. Im Jahr 2011 waren sie in Dellfeld vom damaligen Oberbürgermeister Kurt Pirmann bei der 21. RHEINPFALZ-Sportlerwahl für ihre damalige Leistung mit dem zweiten Platz geehrt worden.

Bei den deutschen Masters-Meisterschaften in Freiburg von Freitag bis Sonntag wollen die Vier über die gleiche Distanz exakt in der gleichen Aufstellung wie im November 2010 antreten. Vor neun Jahren hatte sich das Quartett – im Vorlauf in 1:41,0 Minute Fünfter – im Finale noch um gut eine Sekunde gesteigert und war hinter den Teams aus Essen und Leipzig in 1:39,90 Minute auf Platz drei geschwommen.

Training in Saarbrücken und München

Die Idee zum Comeback entstand vor fast einem Jahr. In der Folge trafen sich die Schwimmer, die früher erfolgreich unter Verbandstrainer Peter Fischer am Olympiastützpunkt in Saarbrücken trainierten, doch einigermaßen regelmäßig. Frank Schmidt, mittlerweile promovierter Jurist, und sein alter Kumpel und große sportliche Konkurrent Lucien Haßdenteufel arbeiteten zwischenzeitlich im Vorstand des Saarländischen Schwimm-Bundes mit und unterstützen ihre Vereinsteams gelegentlich noch beim saarländischen Mannschaftspokal. Maschinenbau-Ingenieur Neil Pallmann und BWL-Student Sebastian Lotze aus Lemberg arbeiten heute im Großraum München und trafen sich dort schon seit Monaten zum gemeinsamen Training.

Ziel: Titel und deutscher Rekord

Und diesmal wollen die vier „Alterschwimmer“ sogar mehr als Bronze. In der Lagenstaffel ab 120 Jahre (Addition des Alters der Staffel-Teilnehmer) haben sie sogar den Titel im Auge. Forsch wie einst zu aktiven Zeiten gab Haßdenteufel außerdem die Zielsetzung „und das mit deutschem Rekord“ aus. Doch dazu fehlen noch einige Zehntelsekunden, vor einigen Wochen bei den saarländischen Kurzbahn-Titelkämpfen erprobte die Staffel schon mal ihre Leistungsfähigkeit. In großer Form präsentierte sich da der Zweibrücker Altmeister Frank Schmidt, der seinen Karrierehöhepunkt vor 16 Jahren mit dem deutschen Meistertitel über 200 Meter Brust feierte. Beflügelt vom Zweikampf mit dem großen Zweibrücker Nachwuchstalent, dem 21 Jahre jüngeren Michael Raje, wurde Schmidt erneut Saarlandmeister über 50 Meter Brust in 30,10 Sekunden. Sebastian Lotze holte Bronze über 50 Meter Schmetterling (26,90 sec), Haßdenteufel wurde über 50 Meter Rücken ebenfalls Dritter vor dem Fünften Pallmann.

Letzter Formtest beim Wsf-Sprintcup

Einem letzten Formtest unterzog sich das Trio ohne Haßdenteufel am Samstag beim Sprint-Cup der Wassersportfreunde im Zweibrücker Badeparadies, wo sich die südwestdeutsche Sprinter-Elite ein Stelldichein gab. Wie schnell Titel- und Medaillenträume platzen können, erlebte das Quartett bei den genannten Saarlandmeisterschaften aber auch: Ausgerechnet Routinier Frank Schmidt wurde wegen zwei nicht erlaubten Delfin-Kicks bei den Wenden disqualifiziert. „Das passiert dem Frank nicht zweimal“, sind sich Neil Pallmann und Lucien Haßdenteufel allerdings sicher. Und wissen auch gleich, wieso: „Sonst wird es teuer.“

x