Zweibrücken
Zweibrückens Zukunft (4): Netzwerk für ökologische Stadt
„Ein ganz wichtiges Anliegen ist mir, dass in Zukunft in Zweibrücken mehr Flächen entsiegelt und mehr Fassaden begrünt werden. So wie das Hallplatz-Parkhaus. Dort könnten noch mehr Pflanzen gesetzt werden. Aber die Pflege, vor allem das Gießen, das ist alleine nicht zu schaffen“, wendet sich Karin Grgic an die große Runde an Mitstreitern, die sich an diesem Sommerabend im Biergarten an der Schließ zusammengefunden haben. Erfolgreich, denn sofort melden sich Freiwillige, die mithelfen möchten, dass das vertikale Grün aus Geißblatt, Clematis, Blauregen und Kletterhortensien, das beim Nachhaltigkeitstag zusammen mit der Natur-AG des Helmholtz-Gymnasiums gepflanzt wurde, auch wirklich dauerhaft gedeihen kann.
Auch beim Thema „Gelbe Bänder“ fanden sich sogleich Grüppchen zusammen, die sich jetzt kundig machen wollen, an welchen Obstbäumen auf öffentlichen und privaten Grundstücken jeder Früchte ernten darf, damit sie nicht verkommen. Die werden dann mit einem gelben Band markiert und in einer Karte auf der Website von ZW-vernetzt angezeigt. So werden Lebensmittel nicht verschwendet und zugleich haben Menschen ganz niedrigschwellig Zugang zu wertvollen wie kostenlosen Nahrungsmitteln.
So vielfältig wie das Leben
Die Menschen, die sich hier zusammengefunden haben und ihre Ideen für heute und morgen zusammentragen, sind so vielfältig wie das Zweibrücker Leben: Junge und Alte, Einzelne und ganze Familien, Berufstätige, Schüler und Rentner. Genau das ist gewollt. Vor knapp drei Jahren, so schildert Stefan Paul, gleichsam Initiator und Motor von ZW-vernetzt, begann alles damit, dass ein Freundeskreis über Klimaschutz diskutierte und beschloss, den Ideen Taten folgen zu lassen. „Uns ist klar, dass wir nicht die Welt retten können. Aber wir können einen Beitrag leisten für eine bessere Welt, ganz gleich, wie klein er sein mag“, fasst Paul zusammen.
Weil es in Zweibrücken aber schon etliche Vereine und Gruppen gibt, die sich alle auf unterschiedlichste Weise in Sachen Klimaschutz engagieren, war das Wirkungsfeld für den Freundeskreis schnell gefunden: Mit einer gemeinsamen Plattform, über die sich die Gruppen austauschen und gegenseitig unterstützen können, sollen die Nachhaltigkeitsziele noch effektiver angegangen werden. Zugleich will ZW-vernetzt aber auch aus der eigenen Gruppe heraus neue Ideen angehen, wie die gerade gegründete Bürger-Energiegenossenschaft.
Man muss nicht Mitglied sein
Stefan Paul wünscht sich, dass sich noch mehr Zweibrücker Bürger in der Initiative zusammenfinden, um gemeinsam aktiv zu werden für eine Stadt, die auch in Zukunft lebenswert sein soll. „Wir suchen den Konsens, möchten nicht polarisieren oder ausgrenzen, sind ergebnisorientiert und nicht ideologisch oder parteipolitisch. Wir fangen mit kleinen Dingen an und legen den Fokus nicht auf Verzicht, sondern möchten Spaß und Humor behalten“, nennt Stefan Paul die Grundlagen der Initiative.
Auch wenn ZW-vernetzt seit 2021 auch als Verein existiert, bleibt die Initiative für alle offen: „Man muss nicht Mitglied werden, um bei uns mitzumachen“, betont Stefan Paul. Denn wirklich jeder sei willkommen, auch wenn er vielleicht nur bei ein oder zwei Projekten mitmachen möchte oder kann.
Aktionen
Saatgut für alle
Die Saatgut-Aktion von ZW-vernetzt mit der Stadtbücherei soll zum Erhalt alter Pflanzensorten beitragen. Damit Hobbygärtner nächstes Jahr Gemüse oder Blumen ziehen können, wird samenfestes Saatgut von Gemüse, Kräutern, Blumen oder Obst gesucht. Dieses kann man ab sofort in einem Briefumschlag unter Angabe des Pflanzennamens in der Stadtbücherei abgeben. Die Spende muss trocken und sauber sein. Saatgut von Hybridsorten wird nicht angenommen. Die Sämereien werden anschließend portioniert und im Frühjahr kostenlos für alle Interessierten zur Verfügung gestellt. Info und Kontakt: Stadtbücherei Zweibrücken, Herzogstraße 11, Telefon 06332 871452, www.zweibruecken.de/ stadtbuecherei. Geöffnet mittwochs bis freitags 14 bis 18 Uhr, dienstags schon ab 10 Uhr.
„Park(ing) Day“
Für Samstag, 17. September, plant ZW-vernetzt den ersten Zweibrücker „Park(ing) Day“, zeitgleich mit dem Flohmarkt. Vereine, Schulkassen, Kindergärten und andere Gruppen erwecken jeweils einen (zuvor zugewiesenen) Parkplatz im Stadtgebiet von 9 bis 15 Uhr zu neuem Leben. So kann er zum Beispiel in eine Gymnastikfläche oder Musikbühne verwandelt werden, in eine Leseecke oder eine Grünfläche. Ab 15 Uhr ist er dann wieder ein Parkplatz. Kontakt: info@zw-vernetzt.de oder Telefon 0159 01323694.