Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken verwertet die freien Bälle nicht und verliert knapp

Machte gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam eine gute Partie: SG-Torwart Damian Zajac (links, hier in einem Spiel ge
Machte gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam eine gute Partie: SG-Torwart Damian Zajac (links, hier in einem Spiel gegen die HSG RN Bingen). Zum Sieg reichte es für das SG-Team dennoch nicht.

Nach großem Kampf siegte die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit 25:23 (10:12) gegen die SG SV 64/VT Zweibrücken. Matchwinner war Torhüter Maximilian Geiger, der in kritischen Phasen immer mehr über sich hinauswuchs.

Christian Job, Trainer der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam, hatte es nicht leicht. Nach André Hilsendegen musste er vor dem Spiel gegen die SG SV 64/VT Zweibrücken kurzfristig auch auf Joshua Albert verzichten. Dadurch galt es, vor allem in der Abwehr, ständig zu improvisieren. In der Offensive lahmte das Spiel gehörig. Gegen die dichte und aggressive Abwehr der Gäste fiel den Hausherren nicht viel ein, Job sah sich beim Stand von 3:7 nach 15 Minuten zu einer Auszeit gezwungen. Gestützt auf Torwart Maximilian Geiger steigerte sich die Abwehr, zwang die Gäste dazu, ihre Angriffe lange Richtung Zeitspiel ausspielen zu müssen. Auch die Offensive steigerte sich, Jan Gerbershagen verkürzte zweimal, einmal bereitete Florian Bauchhenß gekonnt vor, auf 6:8 und 8:10. Trotzdem verwarf man zu viele freie Bälle, das Spiel über den Kreis fand nicht statt. Mit mehreren Paraden in den letzten fünf Minuten war es allein Geiger zu verdanken, dass es nur mit 10:12 in die Halbzeit ging.

Sowohl Job als auch Gästetrainer Klaus-Peter Weinert gaben in der Halbzeit die gleiche Losung aus: freie Bälle konsequent verwerten. Das nahmen sich vor allem die Hausherren zu Herzen, Jan Gerbershagen und Rechtsaußen Marius Gärtner aus spitzem Winkel sorgten für den Ausgleich zum 12:12 (35.). Wieder zog Zweibrücken durch den starken halbrechten Niklas Bayer, er warf am Ende acht Tore, auf 14:12 davon.

Konditionelle Defizite

Dann begann das Spiel zu kippen. Bei den Gästen machten sich konditionelle Defizite bemerkbar, Weinert fehlten die Alternativen von der Bank. Kreisläufer Fabian Graap drehte sich um die eigene Achse, bevor er ein Tor erzielte. Linksaußen Maximilian Hauck glich aus zum 15:15 (40.), Marius Gärtner wieder aus spitzem Winkel zum 17:17. Dann schlug die Stunde von Arne Schäfer: Der emsige Spielmacher sah den einlaufenden Jonas Job am Kreis, der für die erstmalige Führung sorgte. Patrik Sefrin, der alle seine sechs Strafwürfe verwandelte, sowie Fabian Graap sorgten in der 54. Minute für das 22:19. Obwohl die Hausherren einen Lauf hatten, nahm Job eine Auszeit. Seine Erklärung: „Luft. Ich musste das ganze Spiel über schauen: Wen lasse ich jetzt im Angriff spielen, damit wir trotzdem in der Abwehr ausreichend besetzt sind?“ Dort wuchs Torwart Geiger nun endgültig über sich hinaus: Er machte mehrere freie Bälle unschädlich, kam am Ende auf 17 Paraden. Mit feiner Einzelleistung und seinem vierten Tor zum 25:22 gelang Gerbershagen die Vorentscheidung, mit offener Deckung konnte Zweibrücken nur noch ein Tor erzielen.

Fehlende Cleverness

Klaus-Peter Weinert sah neben den mangelnden Alternativen, zwei wichtige Deckungsspieler mussten durchspielen, und den dadurch schwindenden Kräften fehlende Cleverness als Ursache für die Niederlage. „In den letzten zehn Minuten gab es einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. Unabhängig davon müssen wir das Spiel trotzdem für uns entscheiden, die freien Bälle zu verwerten hätte schon gereicht.“ Warum die immer häufiger in den Händen von Geiger landeten, sah der so: „Generell machen wir immer Videostudium, unser Trainer stellt zusätzlich die Wurfbilder für die Torhüter zusammen.“ Ob das in kritischen, hitzigen Schlussphasen auch hilft? „Weniger, da passiert viel intuitiv. Wenn der Gegner sechs Meter vor einem auftaucht, kann man höchstens versuchen, den Wurfarm richtig zu deuten.“

Job war stolz auf seine Truppe: „Das Ergebnis und die Art und Weise, wie es zustande gekommen ist: Phänomenal. Das hätte ich in hundert Jahren nicht gedacht. Wir wussten vorher, dass es heute nur im Verbund mit Torhüter und Abwehr geht. Aber 23 Gegentore gegen ein solches Top-Team, das ist einfach stark.“

So spielten sie

SG SV 64/VT Zweibrücken: Zajac, Dentzer (43.-53.) - Bayer (8), Soos (4), Eberhard (2) - Hammann (2), Zellmer (4) - Till Wöschler – Kroner (2/2), Graff (1), Baumgart, Ihl

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