Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Oberliga-Handballer des SV 64 verlieren unerwartet

Niklas Bayer (in Grau) vom SV 64 warf vier Tore gegen Bundenheim. Das reichte aber nicht.
Niklas Bayer (in Grau) vom SV 64 warf vier Tore gegen Bundenheim. Das reichte aber nicht. Foto: Marco Wille

Als der letzte Wurfversuch von Marc-Robin Eisel abgewehrt worden war und die Sportfreunde Budenheim auf dem Spielfeld tanzten, weil sie dem Tabellenführer der Oberliga, dem SV 64 Zweibrücken, die erste Saisonniederlage beigebracht hatten, schlug mancher Fan des SV die Hände enttäuscht vor das Gesicht. „Unnötig“, lautete die übereinstimmende Beurteilung der 100 mitgereisten Zweibrücker Fans, die wieder die weiße Fan-Wand bildeten.

Schon vor dem Anpfiff bewiesen sie, dass der SV die besten der Fans der Liga hat. Trommeln, Fahnen und sogar die „Tröte des Todes“, wie manche das lautstarke Hupen-Kunstwerk nennen, das manchen Tor-Erfolg akustisch begleitet, hatten sie mit nach Budenheim genommen. „Wir geben alles“, versprachen sie und hielten Wort.

Huber und Meister sitzen bei Fans

Auch Christopher Huber und Sebastian Meister, die in der Rückrunde die Plätze bei den Fans wieder mit denen im Team tauschen möchten, wenn sie ihre Verletzungen auskuriert haben, feuerten ihre Teamkollegen an. Die aber konnten nicht ihre beste Leistung abrufen. Deshalb war die Niederlage so unnötig, befanden die Fans. „Wenn alle gespielt hätten, was sie können….“.

Aktion gegen Zellmer folgenlos

Auf der Tribüne wurde manches Haar gerauft, wenn zum x-ten Male aus guter Position am Tor vorbei- oder direkt auf Budenheims Torwart Christian Kosel geworfen wurde. Die Emotionen kochten hoch, als den Schiedsrichtern gravierende Fehlentscheidungen unterliefen. In der 47. Minute hob Eike Rigterink Benny Zellmer am Budenheimer Kreis am Trikot hoch. Dass der direkt daneben stehende Schiedsrichter Michael Hehn, der für den TV Hochdorf pfeift – Hochdorf hält den Hinspielrekord mit 29:1 Punkten – weder auf Siebenmeter noch auf Zeitstrafe für Rigterink entschied, machte sogar die Budenheimer Fans sprachlos.

Schiri-Fehlentscheidungen

Es folgten zwei weitere krasse Fehlentscheídungen, die die Gefühle der Zweibrücker in Wallung brachten. Aber das zeichnete die Fans aus, die Schuld für die Niederlage suchten sie nicht bei den Referees, die über weite Strecken gut pfiffen. Dass diese die Mannschaft zu verantworten hatte, weil im 15. Spiel die Konzentration beim Abschluss fehlte, sahen alle so.

Getreu dem Motto, dass zusammen gewonnen und verloren wird, kam die Mannschaft nach dem Abpfiff zu den Fans zum gemeinsamen Abklatschen. Mancher tief enttäuschter Spieler wurde von den Fans getröstet. Dass es trotzdem keinen Grund gibt, Trübsal zu blasen, machte Marcel de Gruisbourne deutlich, der bei Heimspielen stets für die richtige Beschallung sorgt. „Ich bin nicht bereit, mit schlechter Laune nach Hause zu fahren“, sagte er beim gemeinsamen Abendessen von Fans und Mannschaft vor der Halle. Dazu gebe es keinen Grund. „Wir haben 28:2 Punkte. Wenn uns das einer zu Rundenbeginn prophezeit hätte, hätten wir gesagt du spinnst“, sagte er. Stimmt, bestätigten Jan Gräber, der die Spiele des SV, auch das in Budenheim auf Video festhält und SV-Trainer Stefan Bullacher.

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