Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Erfahrungsaustausch unter kickenden Schiri-Kollegen

Überspringt das lange Bein von Lucas Hagen und setzt sich durch: Luca Lieblang von der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweib
Überspringt das lange Bein von Lucas Hagen und setzt sich durch: Luca Lieblang von der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweibrücken (links). Foto: Laborenz

Hallenfussball: Nach drei Tagen Hallenfußball nonstop in der Zweibrücker Westpfalzhalle, die von der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweibrücken organisiert und geleitet wurden, beendeten wie jedes Jahr drei Schiedsrichterturniere den Reigen des Budenzaubers. Nach einer schöpferischen Pause war am Montag auch wieder ein kickendes Team der Organisatoren am Ball.

Die kickenden Schiris der Region spielten im zweiten Turnier des Tages lange um den Sieg mit, mussten aber nach der Niederlage gegen Serienmeister Nürtingen mit Platz zwei vorliebnehmen. Nürtingen gewann das Turnier bereits zum sechsten Mal in Folge. „Nürtingen war einfach die spielerisch beste Mannschaft“, erkannte Zweibrückens Spielführer Sven Heilmann, der beim SC Stambach spielt, neidlos an.

Pfeifen wegen Abitur hintangestellt

Im Zweibrücker Team waren von elf Spielern gleich sechs aktive Kicker am Ball. Unter anderem der 19-jährige Luca Lieblang, der bei der SG Rieschweiler in der Verbandsliga spielt. „Als Schiedsrichter bin ich seit sechs Jahren unterwegs, vorwiegend in der Jugend und A-Klasse“, berichtet der Jungschiri, der im Januar 2020 sein Abitur in Angriff nimmt. „Zurzeit pfeife ich nur noch sporadisch, da die Schule Vorrang hat.“ Lieblangs Mitspieler Manuel Fronmüller, Schüler der IGS Thaleischweiler, spielt im Moment nicht mehr aktiv Fußball, ist dafür mehr mit der Pfeife unterwegs. „Bei den Spielen mit den Schirikollegen kann ich auch Erfahrungen sammeln für meine Schiedsrichtertätigkeit. Ich lerne, Zweikampfsituationen besser einzuschätzen und ordne die Emotionen unter den Spielern besser zu“, erklärt Fronmüller. „Ehrgeiz steht beim Spiel natürlich an erster Stelle, doch den Fairplay-Gedanken sollte man nicht vergessen“, sagt Fronmüller weiter. Er kann sich durchaus vorstellen, auch wieder aktiv Fußball zu spielen, beim Turnier konnte er mehrmals als Torschütze glänzen.

Neunmeterschießen en masse

In den drei Turnieren am vorletzten Tag des Jahres 2019 waren insgesamt 24 Teams vertreten, die aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen angereist waren. Die französischen Farben vertrat die Schiedsrichtergruppe Unaf Moselle aus dem Großraum Lothringen/Elsaß. Zum Auftakt wurden frühmorgens ab 9.30 Uhr im ersten Turnier in zwei Fünfergruppen die Halbfinalteilnehmer ermittelt. Und in beiden Halbfinalspielen standen die Sieger erst nach Neunmeterschießen fest. Das erste Semifinale zwischen Offenbach und Koblenz endete 8:7 (3:3). Dabei hatte Koblenz in der regulären Spielzeit schon 3:0 geführt, aber noch den Ausgleich hinnehmen müssen. Das zweite Halbfinale verlief ähnlich: Hier führte die Schiedsrichtervereinigung Kusel/Kaiserslautern gegen die SrVgg Rhein-Mittelhaardt 2 mit 2:0, kassierte aber ebenfalls noch den Ausgleich. Am Ende hieß es 7:6 (2:2) nach Neunmeterschießen für Kusel/Kaiserslautern. Kein Wunder, dass dann auch das Endspiel erst von der Linie entschieden wurde. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1, Offenbach war am Ende aus neun Metern sicherer, siegte mit 5:4. Platz drei ging an Koblenz, das sich gegen Rhein-Mittelhaardt 2 mit 5:2 behauptete.

Nach dem zweiten Turnier verließ, wie eingangs berichtet, die Schiedsrichtergruppe Nürtingen schon zum sechsten Mal als Sieger die Westpfalzhalle, mit 16 Punkten (fünf Siege, ein Remis) knapp vor der SrVgg Pirmasens/Zweibrücken, die 15 Punkte (fünf Siege, eine Niederlage gegen Nürtingen) erspielte.

Völklinger Schiris bei Turnier vorn

Kurz nach 19 Uhr begann dann das dritte Turnier des Tages, bei dem der Sieger in einer Gruppe mit sieben Mannschaften im Modus „Jeder gegen jeden“ ermittelt wurde. Dabei waren gleich fünf Mannschaften aus dem benachbarten Saarland am Ball. So war es wenig verwunderlich, dass der Gewinner, der erst kurz nach 23 Uhr feststand, auch aus dem Saarland kam. Mit 16 Punkten (fünf Siege, ein Remis) setzte sich die Schiedsrichtergruppe Völklingen/Köllerbach durch. Im Kampf um Platz zwei und drei war es knapp, erst das bessere Torverhältnis entschied hier zugunsten der SrVgg Dortmund gegenüber der SrGr Obere Saar. Beide Teams hatten zuvor je elf Punkte auf dem Konto.

Abschlusstabelle

Turnier 1, Halbfinale 1: SrVgg Offenbach - SrVgg Koblenz 8:7 (3:3) nach Neunmeterschießen, Halbfinale 2: SrVgg Rhein-Mittelhaardt 2 - SrVgg Kusel/Kaiserslautern 6:7 (2:2) n.N., Spiel um Platz 3: Koblenz - Rhein-Mittelhaardt 2 5:2, Endspiel: Offenbach - Kusel/Kaiserslautern 5:4(1:1) n.N.

Turnier 2: 1. SrGr Nürtingen 16 Punkte, 2. SrVgg Pirmasens/Zweibrücken 15, 3. SrGr St. Wendel 10, 4. SrVgg Rhein-Pfalz 5 (10:15 Tore), 5. SrGr Bruchsal 5 (9:17), 6. Unaf Moselle 4, 7. SrGr Höcherberg 3

Turnier 3: 1. SrGr Völklingen/Köllertal 16 Punkte, 2. SrVgg Dortmund 11 (12:9 Tore, +3), 3. SrGr Obere Saar 11 (13:11, +2), 4. SrGr Homburg 8, 5. SrVgg Wiesbaden 6, 6. SrGr Saarbrücken/Warndt 4, 7. SrGr Neunkirchen 1.

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