Wochenendmeinung RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken an einem sonnigen Sommertag ist ein Traum

Umsonst und draußen: Zweibrücker Wasserspiele.
Umsonst und draußen: Zweibrücker Wasserspiele.

Manchmal hilft der Blick von außen, um mal wieder zu erkennen, wie gut es sich hier leben lässt.

Habe ich es schon mal erwähnt? Ja, habe ich. Ich erwähne es jetzt aber noch mal: Zweibrückens Innenstadt ist wirklich schön, vor allem an einem sonnigen Sommertag. Mir wäre das aktuell vielleicht gar nicht aufgefallen, ist halt so, wenn man hier wohnt. Aber wir hatten Besuch aus Wales, und die Gäste waren es, die uns mal wieder klarmachten, dass wir mit unserer City echt protzen können. Die Gäste fanden’s toll, zeigten begeistert auf dieses und jenes, und am Ende dachte auch ich, dass sie recht haben und es hier „absolutely beautiful“ ist.

Gut, man muss einräumen, dass das schöne Wetter an dem positiven Eindruck doch einen großen Anteil hatte, aber trotzdem. Unsere Fußgängerzone kann zwar nicht wie Speyer oder Neustadt mit einer Altstadt, historischen Gemäuern und pittoresken Szenen aufwarten. Aber das braucht es auch nicht unbedingt für eine quirlige und optisch ansprechende Innenstadt.

Der Rundgang mit den Gästen von der Insel begann am Alexandersplatz, wo gerade Kinder kreischend durch die Wasserspiele tobten, eine willkommene Abkühlung an einem heißen Tag und noch dazu gratis. Die Eltern saßen auf Bänken oder anderen Sitzgelegenheiten drumrum und plauderten, auch das ein Vergnügen, das nichts kostet.

Das Prinzip Wasserspiele und Gelegenheiten zum Verweilen zieht sich weiter durch die Fußgängerzone und wird auch dort gerne angenommen. Wer möchte, kann sich durchaus im oder am Café, Eiscafé oder Restaurant niederlassen, aber das ist kein Muss in der Zweibrücker Innenstadt, in der man auch einen ganzen Tag verbringen kann, ohne viel Geld auszugeben. Herumschlendern, hier mal stehenbleiben, da mal sitzen, schauen, ab und zu ein Schwätzchen, – man kann sich hier in der Tat wie im Urlaub fühlen. Und das waren unsere Waliser ja auch, im Urlaub. Sie fanden es erstaunlich, dass wir hier gar nicht so viele Touristen haben, wo es doch hier so „lovely“ ist. Das hört man gern. Auch, dass es ihnen hier genau so gut gefällt wie in Landau, wo wir einen Tag mit ihnen verbracht hatten. Nehmt das, Vorderpfälzer!

Durch die Allee ging’s weiter Richtung Rosengarten mit Abstecher auf den Wasserspielplatz. Auch hier das pralle Leben, Familien mit Kindern, die fröhlich am Schwarzbach planschten oder etwas weiter hinten auf den Felsen kletterten. Da fragten unsere Gäste nach, ob das alles wirklich gar nichts kostet, keinen Eintritt oder so, und staunten einmal mehr, als die Antwort Nein lautete.

Es sind Momente wie diese, die einem selbst auch mal wieder vor Augen führen, dass das alles gar nicht so selbstverständlich ist. Aus dem Exe ist eine sehr tolle Freiluft-Anlage geworden, in der man auch mal locker einen heißen Sommertag mit Kindern verbringen kann, ohne dass hinterher ein ganzer Monatslohn weg ist, mal überspitzt ausgedrückt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Gäste waren auch vom Rosengarten hingerissen, der zwar Eintritt kostet, aber nicht sehr viel, und der – mit Augenmaß modernisiert – inzwischen zu einer Lokalität für alle Altersklassen geworden ist. Am Totempfahl wären wir Zweibrücker schnurstracks vorbeigelaufen, doch die Waliser waren entzückt, machten Fotos von dem Pfahl, den einst die kanadischen Streitkräfte als Zeichen der Freundschaft aufstellten, als sie 1969 Zweibrücken verließen. 2022 wurde der Totempfahl renoviert, nachdem Spechte Löcher in ihn reingehackt hatten und die Farben verblichen waren. Das alles habe ich jetzt auch noch mal gelesen – tatsächlich hatte ich das schon mal gewusst und wieder vergessen – und fand es noch mal interessant.

Der Blick von außen, er ist ab und zu wirklich notwendig, um wieder würdigen zu können, wie gut man eigentlich hier leben kann, bei uns in Zweibrücken. Ein Gestüt und eine Pferderennbahn mitten in der Stadt, am Ende der Rennbahn eine Freizeitanlage mit Booten, Minigolf, Wohnmobil-Stellplatz und Biergarten, und wer will, kann auf dem Rosenweg bis nach Niederauerbach und zur Fasanerie wandern – das alles fanden unsere Gäste „amazing“. Und sie haben absolut Recht.

Kostet auch keinen Cent: der Wasserspielplatz auf dem Exe.
Kostet auch keinen Cent: der Wasserspielplatz auf dem Exe.
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