Zweibrücken Zwei Probleme und wenig Lösungen
Zweibrücken. Der Titelkampf in der RPS-Oberliga der B-Junioren bleibt spannend. Gestern Abend trennten sich der Tabellenführer HSG Kastellaun/Simmern und Verfolger SV 64 Zweibrücken 24:24 (9:9). Damit bleibt die Handballspielgemeinschaft aus dem Hunsrück, die durch den Sieg im Hinspiel den direkten Vergleich gegen das SV-Team gewonnen hat, erst mal an der Tabellenspitze. Die besten Meisterschaftschancen hat allerdings Zweibrücken, das ein Spiel weniger als die HSG ausgetragen hat.
„Es ist alles wie gehabt: Wir haben es immer noch selbst in der Hand“, meinte deshalb SV 64-Trainer Tony Hennersdorf nach dem spannenden B-Jugend-Spiel. „Dazu müssen wir halt alle unsere Spiele gewinnen.“ In diesem Fall würde die SV-Truppe an dem Hunsrück-Team noch vorbeiziehen und sich für die Spiele um die deutsche Meisterschaft qualifizieren. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte SV-Linksaußen Tim Schaller die Chance zum Siegtreffer, sein Wurf ging aber am Tor vorbei. Ein Zweibrücker Erfolg wäre aber auch nicht verdient gewesen, weil die SV-B-Junioren zwei Probleme im Spielverlauf nicht wirklich lösen konnten: Nachdem Kastellaun Mitte der ersten Halbzeit eine Manndeckung gegen SV-Spielmacher Marc-Robin Eisel anordnete, der zuvor zweimal in Folge getroffen hatte, blieben zündende Ideen im Angriff Mangelware. Es wurden viele Einzelaktionen gestartet, bei denen das ein oder andere Mal Pfosten und Latte im Weg standen, sehr oft allerdings auch der sehr stark haltende HSG-Torhüter Luca Korbion. Auf der Gegenseite hielt Torhüter Yannick Mangold sein Team vor allem in Hälfte eins mit guten Paraden im Spiel. Die brauchte es auch, weil das zweite große Problem gestern die Abwehr der Nachwuchslöwen war. Die schaffte es nicht, die Kreise des besten Spielers auf dem Feld, HSG-Spielmacher Laszlo Gilanyi, einzuengen. Egal ob es zunächst der vorgezogen deckende Kian Schwarzer oder ab der 39. Minute Marc-Robin Eisel probierte, sie ließen den trickreichen Gilanyi immer wieder davonlaufen. Der traf entweder selbst oder setzte seine Nebenleute wie Linkshänder Patrick Hess immer stark in Szene. Es war vom Anpfiff weg eine sehr umkämpfte Partie, in der die Gäste, die von rund 25 mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurden, deutlich machten, dass sie um ihre Meisterschaftschance kämpfen würden. Das Foul von Maxim Ruf, das zum Siebenmeter geführt hatte, wurde früh (4.) mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet. Aus der Überzahl konnte Zweibrücken aber kein Kapital schlagen: Philipp Meiser und kurz darauf Giona Dobrani scheiterten an der Latte. Kastellaun kam durch Gilanyi zur erneuten Führung, als die Gäste wieder vollzählig waren. Es blieb in den ersten 25 Minuten eine ausgeglichene Partie. Beim Stand von 4:6 nahm SV-Trainer Tony Hennersdorf eine Auszeit, brachte auf der linken Seite Robby Welsch und Tim Schaller. Das sorgte für etwas Belebung im SV-Angriff, dennoch lief Zweibrücken bis zur Pause (9:9) ständig einer Gästeführung hinterher. Hoffnung, dass doch ein Heimsieg gelingen könnte, keimte ab der 38. Minute auf. Da sah Ruf nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Kurz darauf verletzte sich Hess am Knöchel. Prompt ging Zweibrücken zum ersten Mal in Führung: Tim Schaller traf zum 19:18. Aber Kastellaun blieb dran. 40 Sekunden waren noch zu spielen, als Welsch das Tor zum 24:23 markierte. Einmal konsequent decken, hofften die SV-Fans. Vergebens: Hess, wieder einsatzfähig, markierte Sekunden vor Schluss den 24:24-Endstand. „Beide Teams waren heute sehr nervös. Wir haben glücklich einen Punkt geholt“, meinte am Ende SV-Coach Tony Hennersdorf. „Die Mannschaften haben sich einen sehr kämpferischen und taktischen Fight geliefert“, analysierte HSG Trainer Daniel Fellenzer. „Wir können mit dem Punkt sicher zufrieden sein“, lobte er seinen kleinen Kader. Noch vor der Saison habe der Verein überlegt, gar nicht für die Oberliga zu melden. „Der eine Punkt hilft den Zweibrückern natürlich enorm, es ist eine Vorentscheidung im Titelrennen.“ So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Mangold, Becker (bei einem 7m) - Meiser (5), Eisel (3), von Lauppert (3/2) - Hugo, Dobrani - Schwarzer (5) - Welsch (4), Schaller (4), Eder, Meister HSG Kastellaun/Simmern: Korbion - Hess (7), Gilanyi (6), Weirauch (5) - Ruf, Seibel (2) - Wendling (4/2) - Kraft, Liesenfeld Spielfilm: 1:3 (10.), 4:4 (13.), 5:7 (17.), 8:8 (21.), 9:9 (Halbzeit), 10:10 (28.), 15:17 (38.), 19:18 (42.), 21:22 (47.), 23:22 (49.), 24:24 (Ende) - Zeitstrafen: 2:3 - Rote Karte: Ruf (HSG/37., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/2 - 2/2 - Beste Spieler: Mangold, Meiser - Korbion, Gilanyi, Hess - Zuschauer: 125 - Schiedsrichter: Oeser/Mayer (Riegelsberg/Homburg).