Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Frauen präsentieren Haute Couture im Mannlichhaus

Jutta Walter (links) mit einem ihrer Entwürfe, den Model Marina trägt und den Dagmar Grieve (rechts) genäht hat.
Jutta Walter (links) mit einem ihrer Entwürfe, den Model Marina trägt und den Dagmar Grieve (rechts) genäht hat.

Jutta Walter aus Saarbrücken und Dagmar Grieve aus Zweibrücken arbeiten seit Monaten zusammen, um ihre Mode am kommenden Samstag im Verlaufe einer Vernissage zu präsentieren. Walter, Leiterin der Galerie „Kunst im Mannlichhaus“ , zeigt dort auf gerahmten Bildern ihre Entwürfe, die Grieve mit Nadel und Faden zu Textilkunst verarbeitet hat.

„Anna im Wintermärchen“ lautet das Motto von Jutta Walters Kollektion, die im Mannlichhaus, Herzogstraße 8, ab 15 Uhr auf dem roten Teppich von acht Models präsentiert wird. Zu sehen gibt es unter anderem Kostüme – alle Unikate – mit eingearbeitetem Tüll, ein Feinstrickkleid mit Spitzenbesatz, eine Jacke mit Spitzenkragen aus purpurrotem Walkloden, einen Bleistiftrock aus schwarzer Spitze, einen Tülltellerrock in besonderer Breite aus der Brautmode, einen Rock aus feiner Spitze mit Pailletten und eine Radlerhose mit edler französischer Lingerie-Spitze. „Sämtliche Teile habe ich entworfen“, sagt Walter. „Manchmal kommen mir die Ideen sogar nachts. Dann hole ich Block und Bleistift und fertige Skizzen an, die ich später mit Markern mehrfarbig koloriere.“

Bereits 2023 habe sie mit Dagmar Grieve an gleicher Stelle eine Modenschau-Premiere gehabt, die bei den Besuchern großen Zuspruch gefunden habe. „Das hat uns beide zu einer Neuauflage beflügelt“, sagt Jutta Walter, die in jungen Jahren in München Modedesign studierte und einen Abschluss in Malerei an der Neuen Kunstschule Zürich erwarb. Sie war in den vorigen Jahren Galeristin in Luxemburg und freie Künstlerin mit regionalen und überregionalen Ausstellungen.

Zweibrückerin bringt sich Schneidern selbst bei

Die Zweibrückerin Dagmar Grieve sagt über sich, dass die Kunst sie schon ihr ganzes Leben begleite. In ihrer Jugend habe sie schon viel mit verschiedenen Techniken und Materialien experimentiert. Nach ihrem Abitur am Leibnitz-Gymnasium Pirmasens studierte sie in Saarbrücken Kunstgeschichte, klassische Archäologie, Geschichte und Italienisch. Sie sagt: „Schon während meines Studiums habe ich historische Kleidung selbst entworfen und genäht. Durch meine Ausbildung zur Augenoptikermeisterin konnte ich in diesem Beruf mit neuen Materialien wie Kunststoff, Glas und Metall experimentieren. Malerei und Fotografie rückten ebenfalls in meinen Fokus.“

Einen Teil ihrer aktuellen Kollektion, die sie am Samstag im Mannlichhaus an Schaufensterpuppen präsentiert, nennt Grieve „Sommerfrische“. Zu sehen gibt es Kombinationen aus luftigen Oberteilen mit sommerlichen Röcken, die in der Freizeit und im Büro gut getragen werden können. „Dabei verarbeite ich am liebsten Naturfasern wie Baumwolle, Seide und Leinen oder auch mal Viskose, die einen wunderbar angenehmen Tragekomfort aufweist“, erklärt die 56-Jährige.

Tänzerisches Rahmenprogramm

Der Umgang mit Nadel und Faden habe in ihrer Familie Tradition. Das Schneidern habe sie sich selbst beigebracht und hin und wieder ihre Mutter um Rat gefragt. „Als Studentin habe ich mir mit dem Nähen historischer Kleidung mein Studium finanziert.“ Ebenfalls an den Galeriewänden zu finden sind ihre Gemälde in Acryl auf Leinwand, die vom Thema her etwas mit Kleidung zu tun haben, zum Beispiel Kostüme vom Karneval in Venedig oder Inspirationen aus alten Modejournalen.

Dritte im Bunde ist Christa Witte, deren Werke noch bis vor kurzem unter dem Motto „Kunst, Scherben, Welten“ im Mannlichhaus zu sehen waren. Sie sorgt für das tänzerische Rahmenprogramm und präsentiert die Performance „Getanzte Winter-Impressionen“.

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